Wo erreicht Sie dieser Newsletter? Womöglich im Sommerurlaub an der Ägäis. »Alles Gute« beim Hotelfrühstück lesen, später am Strand gegen die brütende Hitze abkühlen. Oder aber Sie sitzen im heimischen Wohnzimmer, freuen sich, dass die Temperaturen gesunken sind – in einer Woche, da das Thermometer vielerorts erneut um die 30 Grad anzeigte.Die Hitze war damit nicht ganz so erdrückend wie im Juni, als viele Menschen verstanden: Die Klimakatastrophe ist in Deutschland angekommen. Sommer, das heißt nicht mehr nur Urlaub, Sonnenstunden, Eisessen und Baden. Sondern auch Straßen mit Hitzeschäden, Waldbrände, Extremwetter, Tote.

Stadtansicht Athens vom Berg Lycabettus aus: Stark verdichtet, viel Beton

Deutschland muss Wege finden, damit umzugehen. Dabei hilft ein Blick an Orte, wo sich Menschen bereits angepasst haben: In Athen, der südlichsten und heißesten Hauptstadt Europas, sind die Temperaturen in den vergangenen Jahren weiter gestiegen. Die Verantwortlichen haben deshalb einen Aktionsplan entwickelt. Über die Maßnahmen hat meine Kollegin Katrin Kuntz mit dem Bürgermeister der Stadt gesprochen: Haris Doukas, der auch Professor für Energie- und Klimapolitik ist.Ihm zufolge begann das Umdenken in Griechenland vor etwa acht Jahren. Damals starben viele Menschen bei einer Flut und Feuern – unter extremen Klimabedingungen. »Plötzlich ging es nicht mehr nur um die Umwelt, sondern ums pure Überleben«, sagte Doukas zu Katrin.Heute nutzen die Athener eine Reihe von Maßnahmen bei Extremwetter, darunter ein System, das die Bevölkerung mithilfe von Drohnen vor Feuern und anderen Gefahren warnt. Und eine App, die Menschen bei Bedarf an kühle Orte lotst.Nun kann man Berlin, Düsseldorf oder Mannheim nicht ohne Weiteres mit Athen vergleichen. Die griechische Hauptstadt liegt viel weiter südlich, ist noch dazu dicht bebaut. Dennoch zeigt das Interview, wie Politik und Gesellschaft konstruktive Wege finden – und finden müssen –, um Städte vor Extremwetter zu schützen.Ich empfehle Ihnen Katrins Gespräch mit Doukas sehr.