Militärdrohnen statt Songs und Podcasts: Daniel Ek weiss in zukunftsträchtige Branchen einzusteigenDer Spotify-Gründer hat von Beginn an in das deutsche Rüstungs-Startup Helsing investiert. Dieses ist nun 18 Milliarden Dollar wert.19.07.2026, 05.30 Uhr2 LeseminutenGründete Spotify und steht dem Verwaltungsrat des Rüstungs-Startups Helsing vor: Der schwedische Unternehmer Daniel Ek.Kevin Dietsch / Getty Images North AmericaVor zwanzig Jahren baute Daniel Ek mit der Idee, Musik nicht zu verkaufen, sondern sie zu vermieten, ein Imperium auf. Sein Unternehmen Spotify löste eine Revolution aus. Nun revolutioniert der Schwede schon wieder eine Industrie. Doch mit treibenden Rhythmen und eingängigen Melodien hat sie nichts zu tun. Stattdessen investiert Ek in autonome Waffensysteme, die im Schwarm militärische Ziele zerstören und auch Menschen töten können.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Zahlreiche Bands boykottieren Spotify: Wegen Eks InvestmentKonkret in das Münchner Defence-Tech-Startup Helsing, das seit der jüngsten Finanzierungsrunde diese Woche mit 18 Milliarden Dollar bewertet wird – und dem Ek als Verwaltungsratschef vorsteht. Zu den Investoren gehören unter anderem die Grossbank JP Morgan Chase und eine Fondsgesellschaft der Investmentbank Goldman Sachs.Ek ist wohl einer der polarisierendsten Unternehmer Europas. Musiker hatten etwa schon immer ein ambivalentes Verhältnis zu Spotify. Gemäss einer Recherche des kanadischen Rundfunks CBC hat ein Album mit 700 000 Streams in einem Jahr nicht einmal 2000 Kanadische Dollar eingebracht. Ek selbst bezeichnete Musik in einem Post auf X einmal als «Content», dessen Erstellungskosten nahe null lägen.Vor einem Jahr hat Ek die Künstler aber vollends gegen sich aufgebracht. Sie zogen ihre Alben von Spotify ab. Nicht nur wegen der Bezahlung, vor allem wegen der Waffen. Denn Eks Investmentgesellschaft hatte im vergangenen Juni ein Investment von 600 Millionen Euro in Helsing getätigt, nachdem sie erstmals im November 2021 investiert hatte, nur wenige Monate vor dem Einmarsch Russlands in die Ukraine.Die amerikanische Indie-Rockband Deerhoof schrieb damals: «Wir wollen nicht, dass unsere Musik Menschen tötet. Wir wollen nicht, dass unser Erfolg mit KI-Kampftechnologie verknüpft ist.»Millionär mit 22, Milliardär mit 35Man kann über Ek vieles sagen, aber nicht, dass er nicht weiss, wo die nächste Zukunftstechnologie liegt.Mit fünfzehn habe er sich zum Ziel gesetzt, Millionär zu werden, sagte er in einem Podcast. Ek gelang dies bereits mit 22, als er sein erstes Startup verkaufte. Als Spotify 2018 an die Börse ging, wurde er Milliardär. Heute beträgt sein Vermögen fast 10 Milliarden Dollar.Über Helsing sagte Ek der «Financial Times», er sei überzeugt, dass es das Richtige für Europa sei. Es herrsche eine enorme Erkenntnis, dass KI, Masse und Autonomie das moderne Kriegsgeschehen prägen würden.Ein Artikel aus der «NZZ am Sonntag»Passend zum Artikel