Auf einer kaum bekannten Ostseeinsel wird seit über 100 Jahren mit den bedrohlichsten Krankheitserregern der Welt experimentiert. Was passiert dort?
N ur mit einer Sicherheitskennung öffnet sich die Tür zu den Laboren. Darauf klebt ein gelbes Dreieck mit drei ineinandergreifenden schwarzen Kreisen. Achtung, Biogefährdung, Infektionsgefahr. Man kennt das noch von den Tütchen für die benutzten Coronatests. In der Forschungsanlage des Friedrich-Loeffler-Instituts ist das Warnzeichen allgegenwärtig. Es markiert schwere Edelstahltüren, Müllbehälter, Probencontainer. Hier wird an den gefährlichsten Viren der Welt geforscht, mit lebenden Tieren und mit ganz vielen Schutzmaßnahmen. Eine davon ist die Lage auf einer kaum bekannten Ostseeinsel.
Die Insel Riems liegt vor Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern, ein Stück südlich von Rügen. 1.250 Meter lang und bis zu 300 Meter breit. Etwas kleiner als das Gelände des Berliner Zoos, ungefähr so groß wie ein typischer süddeutscher Bauernhof. Rund 400 Menschen arbeiten hier in einem Hochsicherheitsforschungszentrum hinter Stacheldraht und einer bewachten Pforte, die sich für Besucher*innen nur bei berechtigtem Interesse öffnet. SARS-CoV-2, Auslöser der Corona-Pandemie, ist auf der Insel Riems nur einer von sehr vielen Krankheitserregern, an denen geforscht wird.






