PfadnavigationHomePanoramaLebensgefährliche VerletzungenFahrscheinkontrolle eskaliert – Bahn-Sicherheitsmann stürzt bei 120km/h aus fahrendem ZugStand: 11:04 UhrLesedauer: 2 MinutenBei einer Auseinandersetzung nach einer Ticketkontrolle ist ein 26-jähriger Sicherheitsmitarbeiter der Deutschen Bahn aus einem fahrenden Zug zwischen Offenburg und Karlsruhe gestürzt und lebensgefährlich verletzt worden. Die Polizei ermittelt.Ein mutmaßlich alkoholisierter Fahrgast soll die beiden Sicherheitskräfte beleidigt haben. Dann kommt es zum Gerangel, plötzlich öffnet sich die Tür des fahrenden Zuges. Der 26-Jährige, der bei hohem Tempo hinausstürzt, ist weiterhin in einem kritischen Zustand.Ein Sicherheitsmitarbeiter der Deutschen Bahn ist bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung aus einem fahrenden Zug gestürzt und lebensgefährlich verletzt worden. Zu dem Streit war es am Freitagabend im Zuge einer Fahrscheinkontrolle auf der Strecke von Offenburg nach Karlsruhe gekommen, wie Staatsanwaltschaft und Polizei gemeinsam mitteilten.„Im Zusammenhang mit der Fahrscheinkontrolle kam es wohl zu einem verbalen Streit, weshalb zwei Mitarbeiter der DB-Sicherheit hinzugezogen wurden“, hieß es weiter. Ein mutmaßlich alkoholisierter Fahrgast soll die beiden Sicherheitskräfte beleidigt haben. Danach sei es zu der körperlichen Auseinandersetzung zwischen dem 36-jährigen Fahrgast und einem 26 Jahre alten Sicherheitsmann gekommen.Lesen Sie auch„Während des Gerangels stürzten beide Beteiligte zu Boden. Hierbei öffnete sich aus bislang ungeklärter Ursache die Tür des fahrenden Zuges und der 26-Jährige stürzte auf Höhe von Ettlingen-Bruchhausen aus dem Zug“, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei mit. Die Tür wurde offenbar durch den Aufprall des Körpers aus ihrer Verankerung gerissen. Zu den weiteren technischen Hintergründen war zunächst nichts bekannt. Der Zug wurde beschlagnahmt und werde noch untersucht, hieß es. Der Sicherheitsmitarbeiter der Deutschen Bahn war auch am Samstag noch in einem kritischen Zustand. Ob der 26-Jährige im Koma liegt oder ansprechbar ist, wollte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht sagen. Seinen Angaben zufolge war der Regionalzug aber mit etwa 120 km/h unterwegs, als es zu dem lebensgefährlichen Sturz kam.Tatverdächtiger noch im Zug festgenommenIm Laufe des Tages sollten weitere Erkenntnisse mitgeteilt werden. Auch die Bahn kündigte ein Statement an. Bereits geäußert hat sich die Gewerkschaft. Der schreckliche Vorfall zeige erneut auf dramatische Weise, „dass verbale und körperliche Übergriffe auf das Zugpersonal eine neue, lebensgefährliche Dimension erreicht haben“, sagte Manuel Amberger, Landesvorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). „Dass erneut einer unserer Kollegen nach einer einfachen Fahrkartenkontrolle im Krankenhaus um sein Leben ringen muss, macht uns fassungslos und wütend.“Lesen Sie auchAlarmierte Einsatzkräfte hatten den Beschuldigten noch im Zug festgenommen. Der lebensgefährlich verletzte Bahnmitarbeiter sei schließlich bei einer großangelegten Suche etwa zwei Kilometer hinter dem späteren Halteort des Zuges im Gleisbereich gefunden worden. Rettungskräfte brachten ihn zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus.Bei dem 36-jährigen Fahrgast handelt es sich laut Staatsanwaltschaft und Polizei um einen Deutschen, der verletzte Bahn-Mitarbeiter ist demnach Bulgare. Zu den Hintergründen und zum genauen Ablauf des Geschehens wird noch ermittelt. Der betroffene Zug wird wegen der laufenden Untersuchungen vorerst nicht weiter im Bahnverkehr eingesetzt.dpa/saha/krott