Vergangene Woche stolperte ich in den Sozialen Medien über die sogenannte „Jelly Firkin“: eine Tasche, die der berühmten Birkin Bag von Hermès nachempfunden ist – inklusive Touret-Verschluss, Clochette und Hängeschloss. Statt aus exklusivem oder teils exotischem Leder gefertigt, besteht sie aus milchigem, elastischem TPU-Kunststoff und kommt in Pastelltönen daher. Während das Original als Inbegriff elitärer Exklusivität gilt, dessen Erwerb oft jahrelange Boutique-Treue und den Eintrag auf Wartelisten voraussetzt, liegt die „Firkin“ nur wenige Klicks entfernt und kostet einen Bruchteil des Originals. Angeboten wird sie auf Webseiten, denen ein Impressum und eine erkennbare Unternehmensstruktur fehlen.
Dass es sich bei der Tasche nicht um eine echte Birkin handelt, ist offensichtlich. Und dennoch wurden die charakteristischen Designmerkmale hier in eine Plastikversion übersetzt. Der „Fake-Status“ wird dabei nicht verschleiert, sondern bewusster Teil des Marketings. Nutzerinnen und Nutzer in den sozialen Medien scheint diese offensichtliche Nachahmung nicht zu stören – im Gegenteil: Das billige Kunststoff-Accessoire wird kurzerhand zur Trendtasche des Sommers erhoben. Doch warum entscheidet man sich freiwillig für eine Tasche, die ihre eigene Falschheit so demonstrativ zur Schau stellt?






