In den beiden hessischen Ministerien für Wissenschaft und Arbeit werden ausschließlich Hybrid- beziehungsweise E-Automobile als Dienstwagen eingesetzt. Damit liegen die Häuser der sozialdemokratischen Minister Timon Gremmels und Heike Hofman jedenfalls auf dem Papier im Vergleich der einzelnen Ressorts vorn.Ermöglicht wird er durch die Antwort der Landesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen. Sie erinnern daran, dass der Mobilitätssektor 28 Prozent der erfassten Emissionen an Treibhausgas verursache. Vor diesem Hintergrund fand vor zwei Jahren ein Bericht der F.A.Z. Aufsehen. Danach nahm der Anteil der vollelektrisch betriebenen Fahrzeuge im Fuhrpark des Kabinetts ab, nachdem die Grünen in der Regierung durch die SPD ersetzt worden waren. Als Grund wurden Aspekte der Praktikabilität, vor allem die im Flächenland Hessen zu bewältigenden Langstrecken, genannt.„Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungs-Gesetz“Die Anfrage der Grünen verlangt nicht nach einer Differenzierung der alternativen Antriebe, sodass der Anteil der vollelektrischen und hybriden Fahrzeuge in vielen Fällen nicht erkennbar ist. Eine Ausnahme macht Gesundheitsministerin Diana Stolz (CDU). Sie lässt mitteilen, dass „seit der zweiten Jahreshälfte 2024 ausschließlich Hybridfahrzeuge als Dienstfahrzeuge eingesetzt“ würden.Die Landesregierung bekennt sich zu den Zielen, die zur Zeit der schwarz-grünen Koalition gesetzlich festgelegt wurden. Das Energiegesetz schreibt für Beschaffungen des Landes bis zum Jahr 2030 eine Quote von mindestens 50 Prozent an sauberen leichten Nutzfahrzeugen vor. Im Einzelnen gilt das „Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungs-Gesetz“. Die Bestimmungen würden eingehalten, heißt es knapp in der Antwort des Wirtschaftsministeriums. In den anderen Häusern ist die Auskunftsfreude größer.Wie der Ministerpräsident unterwegs istDie Staatskanzlei hat den Anteil an Fahrzeugen mit alternativen Antrieben nach eigenen Angaben inzwischen auf die Hälfte erhöht. Man darf vermuten, dass Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) in einem Benziner unterwegs ist, weil die Panzerung des Fahrzeugs und andere technische Sicherheitsvorkehrungen nach einem besonders kräftigen Antrieb verlangen. Außerdem sollen die auf den Langstrecken nötigen Pausen vermieden werden.Dasselbe dürfte für Innenminister Roman Poseck (CDU) gelten. Auch in seinem Haus gilt der Grundsatz, batterieelektrischen Fahrzeugen sowie Plug-in-Hybriden grundsätzlich den Vorzug zu geben, „sofern dies zu vertretbaren Konditionen möglich ist und die Fahrzeuge den vorgesehenen Einsatzzweck erfüllen“.Erfahrungen der Corona-KriseDienstreisen müssen vorrangig mit öffentlichen Verkehrsmitteln absolviert werden, sofern diese wirtschaftlich und zeitlich zumutbar und verfügbar sind „und keine zwingenden dienstlichen Gründe entgegenstehen“. Flugreisen sind nur möglich, „wenn sie im Vergleich zur Bahnreise eine erhebliche Zeitersparnis mit sich bringen und hierdurch Arbeitszeit produktiv genutzt werden kann und zusätzliche Übernachtungs- und Verpflegungskosten vermieden werden können“.Mehrere Ministerien erinnern an die Corona-Krise und die Erfahrung, dass digitale Formate viele Dienstreisen überflüssig gemacht hätten. So sind sie beispielsweise im Finanzministerium nur anzuordnen, „wenn das Dienstgeschäft nicht durch digitale Kommunikationsmittel erledigt werden kann“. Umweltverträgliche Reisemöglichkeiten sind auch bei höheren Kosten genehmigungs- und erstattungsfähig.Für das Justizressort existiert kein gesondertes Mobilitätskonzept. Aber es gibt praktische Einrichtungen, wie etwa Dusch- und Umkleidemöglichkeiten für Beamte, die mit dem Rad zum Dienst kommen.In allen Ministerien gilt übrigens die „Richtlinie für die Gewährung eines Vorschusses zum Erwerb eines Fahrrades (Fahrrad-RL)“. In der am 1. Januar 2026 in Kraft getretenen Fassung ist sogar die Online-Antragstellung des Vorschusses über das Verwaltungsportal des Landes und die Anschaffung eines Gebrauchtrads geregelt – „gegen einen entsprechenden Beleg“. Außerdem kann bestimmtes Fahrradzubehör ebenfalls in den Vorschuss einbezogen werden.