PfadnavigationHomePanoramaUnwetterZahlreiche Feuerwehr-Einsätze in Sachsen-Anhalt – S-Bahn kollidiert in Berlin mit BaumStand: 22:57 UhrLesedauer: 4 MinutenWasser steht nach einem heftigen Regenguss auf einer Straße in Derenburg in Sachsen-AnhaltQuelle: Matthias Bein/dpaSchwere Gewitter haben in mehreren Regionen Deutschlands zahlreiche Feuerwehreinsätze ausgelöst. In Sachsen‑Anhalt gab es über 70 Alarmierungen wegen überfluteter Straßen und umgestürzter Bäume. In Berlin kam es zu einem Unfall einer S-Bahn.Schwere Gewitter haben am Freitag in Teilen Deutschlands zu etlichen Einsätzen von Feuerwehr und Rettungskräften geführt. Nach Angaben der Leitstellen in Sachsen-Anhalt gab es mindestens 70 Alarmierungen wegen vollgelaufener Keller, überfluteter Straßen und Bäumen oder Ästen auf der Fahrbahn. Verletzt wurde niemand.Im Burgenlandkreis liefen nach Angaben der Leitstelle mehrere wetterbedingte Einsätze. Im Harz sorgten Starkregen und Hagel für Behinderungen. In Derenburg standen nach einem heftigen Regenguss Straßen unter Wasser, auch Hagel ging nieder. Einsatzkräfte der Feuerwehr rückten aus, um überflutete Fahrbahnen zu reinigen. In Ermsleben stand die Bundesstraße 185 im Bereich der Endorfer Straße unter Wasser.Bei der Feuerwehr in Dessau-Roßlau gingen nach einem heftigen Unwetter mit Starkregen und Gewitter fast im Minutentakt Meldungen über überflutete Keller und Straßen sowie Wassereinbrüche über Dächer ein, teilte die Stadt mit.Betroffen waren neben zahlreichen Wohngebäuden auch Kindertagesstätten, eine Schule und ein Einkaufszentrum, das vorsorglich geräumt wurde. „Stand 20.00 Uhr waren es dann insgesamt 121 Einsätze zu Hilfeleistungen und acht Brandeinsätze, die das Unwetter mit Gewitter und Starkregen erforderte“, hieß es.Lesen Sie auchZeitweise waren knapp 170 Einsatzkräfte von Berufsfeuerwehr und Freiwilligen Feuerwehren im Einsatz. Obwohl das Unwetter nach Angaben der Stadt nur etwa 20 Minuten dauerte, seien die Folgen erheblich gewesen.Lesen Sie auch„So viele Einsätze in so kurzer Zeit hatten wir schon seit Ewigkeiten nicht mehr“, wurde Feuerwehrmitarbeiter Marcel Koppehel in der Mitteilung zitiert.Unfall einer S-Bahn in BerlinDie starken Gewitter haben in Berlin zu einem Unfall eines S-Bahn-Zuges mit rund 100 Fahrgästen geführt. Wegen eines umgestürzten Baumes prallte der S-Bahn-Zug der Linie S1 am Abend im S-Bahnhof Sundgauer Straße gegen einen herabhängenden Baum. Die Fahrgäste mussten laut Bundespolizei ausharren, bis der Zug weiterfahren konnte. Bei dem Zusammenstoß splitterte die Frontscheibe.„Nach jetzigem Stand ist es so, dass keiner verletzt wurde“, sagte Dienstgruppenleiter Thorsten Peters von der Bundespolizei. Der Zugverkehr der Linie S1 war zwischen Zehlendorf und Botanischer Garten unterbrochen. Nach etwas mehr als einer Stunde fuhren die Züge wieder. „Die Strecke ist wieder freigegeben“, sagte ein Sprecher.Die Fahrgäste übten sich in Geduld, wie Ilija Rankic schilderte: „Dann saßen wir halt eine ganze Weile da und haben gewartet, dass was passiert.“In Pankow führte ein Blitzeinschlag nach Angaben der S-Bahn zu Verspätungen, Ausfällen und Einschränkungen. Betroffen waren die Linien S1, S2, S8 und S85. Wie lange die Beeinträchtigungen dauern sollten, war nach Angaben eines Sprechers zunächst unklar. Die S2 fuhr nur zwischen Lichtenrade und Potsdamer Platz im Zehn-Minuten-Takt. Die S85 verkehrte zunächst nur zwischen dem Flughafen BER und dem Treptower Park. Von dort bis Pankow sollten Fahrgäste die S8 benutzen.Vollgelaufene Keller und umgestürzte BäumeIn Brandenburg sorgten die Gewitter trotz mehrerer Unwetterwarnungen nicht für größere Einsätze oder Verletzte, wie die Feuerwehr berichtete. Die Gewitter zogen vom Westen über den Süden und Osten des Landes hinweg.In der Stadt Brandenburg an der Havel und den Landkreisen Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming zählte die Leitstelle nach Angaben eines Sprechers mindestens zwei vollgelaufene Keller und zwei umgestürzte Bäume. Auch in der Stadt Frankfurt (Oder) und den Kreisen Oder-Spree und Märkisch-Oderland kam es zunächst nicht zu größeren Vorfällen.Mehrere UnwetterwarnungenDer Deutsche Wetterdienst hatte vor zum Teil sehr kräftigen Schauern und Gewittern mit Hagel, Starkregen und schweren Sturmböen gewarnt. Für mehrere Landkreise wurden Unwetterwarnungen herausgegeben, teils auch vor extremem Gewitter mit Blitzschlägen, umstürzenden Bäumen, möglichen Schäden an Gebäuden und Überflutungen.Am Wochenende beruhige sich das Wetter etwas, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes. Der Samstag sei mit 23 bis 26 Grad ein Übergangstag mit böigem Wind, bevor am Sonntag der Wetterwechsel spürbar sei. Die Höchsttemperaturen liegen am Sonntag bei 20 bis 22 Grad. Auch die kommende Woche werde wechselhaft und deutlich kühler. Es gebe voraussichtlich auch Schauer und Gewitter.dpa/nw