Deutlich kostspieliger als einst Xhaka: Johan Manzambi ist jetzt der teuerste Schweizer Fussballer aller ZeitenDer 20-Jährige wechselt für bis zu 70 Millionen Euro vom SC Freiburg zu Aston Villa. Die Summe steht für einen Meilenstein, doch was bedeutet sie für Manzambi?17.07.2026, 19.54 Uhr3 LeseminutenSo teuer war kein Schweizer Fussballer vor ihm: Johan Manzambi.BOB FRID / EPAJohan Manzambi, der erst 20-jährige Schweizer Mittelfeldspieler, schlägt sein eigenes Tempo an, das hat er in seiner jungen Karriere schon öfter demonstriert. Jüngst an der WM, drei Tore gelangen ihm dort, dazu zwei Assists, und das alles in nur vier Spielen. Das hat nicht einmal Xherdan Shaqiri geschafft.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.«Merkt euch diesen Namen», sagte während des Turniers Bastian Schweinsteiger, der deutsche Weltmeister und Fernsehexperte. Aston Villa hatte das da schon längst getan, so wie viele andere Klubs in Europa. Dank einer glänzenden Saison stand Manzambi bereits in vielen Notizbüchern; die WM befeuerte die Nachfrage weiter. Nun geht es für den Genfer zu Aston Villa. Die Engländer lassen sich den Transfer vom SC Freiburg laut Medienberichten inklusive Bonuszahlungen bis zu 70 Millionen Euro kosten.Die Transfersumme steht für den Boom der Premier LeagueManzambi ist damit der teuerste Schweizer Fussballer der Geschichte, und das schon nach seiner ersten kompletten Saison auf Topniveau. Bisher hatte Granit Xhaka diese Liste angeführt, der 2016 für 45 Millionen von Mönchengladbach zu Arsenal gewechselt war. Dan Ndoye ging 2025 für 40 Millionen von Bologna nach Nottingham, Ardon Jashari für 36 von Brügge zu Milan. Und für Breel Embolo überwies Schalke 2016 eine Summe von 26,5 Millionen nach Basel.Für den Schweizer Fussball ist Manzambis Transfer ein Meilenstein, der auch die Entwicklung auf dem Transfermarkt spiegelt. Jahr für Jahr fielen dort zuletzt die Ausgabenrekorde. Angetrieben wird der Boom von den Klubs der Premier League, die dank immer üppigeren Fernsehverträgen den Markt dominieren.Manzambi ist ein Fussballer, wie es ihn nicht alle Tage gibt, er sprüht vor Energie, beherrscht eine Vielzahl Positionen, sein Repertoire reicht vom Tempodribbling bis zum beherzten Zweikampf. In der Nationalmannschaft sieht ihn Murat Yakin als Offensivspieler; in Freiburg kam er meist im zentralen Mittelfeld zum Einsatz. Er bewältigte bisher jeden Karriereschritt atemberaubend schnell. Erst seit Frühling 2025 gehörte er in Freiburg zum Stammpersonal; erst im Sommer 2025 debütierte er im Nationalteam. Manzambis Spielstil ist unkonventionell, zuweilen noch etwas wild. Das ist auch der Grund, warum der Nationaltrainer Yakin an der WM zunächst nur zögerlich auf ihn setzte.Vielleicht das wichtigste Schweizer Tor des Turniers: Manzambi trifft gegen Bosnien-Herzegowina zum 1:0.Matthew Childs / REUTERSDoch wenn er spielen durfte, wirbelte Manzambi unbekümmert über den Platz. Einmal, als es für die Schweiz nicht gut aussah, beim Spiel gegen Bosnien-Herzegowina, kam er nach 72 Minuten auf den Platz. 0:0 stand es da, und am Ende: 4:1 für die Schweiz. Manzambi hatte zwei Tore selbst erzielt, dazu ein weiteres vorbereitet. Und so den Grundstein gelegt für einen Sieg, der alles änderte für das Schweizer Team. Fortan hatte Manzambi darin seinen Platz. Beim Sieg gegen Algerien glänzte er mit einem sehenswerten Assist. Als er sich vor dem Achtelfinal gegen Kolumbien verletzte, bezeichnete Yakin das als Schock.Mit Aston Villa in die Champions LeagueJetzt also England. Aston Villa, der Klub aus Birmingham, der im altehrwürdigen Villa Park daheim ist und in der Premier League zuletzt den vierten Platz erreichte. Manzambi wird dort derselbe Fussballer sein wie an der WM. Aber er wird ein Fussballer sein, um dessen Hals ein Preisschild von 70 Millionen Euro hängt.Eine solche Summe haben die Engländer noch nie für einen Spieler ausgegeben. Sie ändert vieles, für alle Beteiligten. In Freiburg war Manzambi das zarte Pflänzchen aus dem eigenen Nachwuchs, das aus der Schweiz importiert und dann gehegt und gepflegt wurde. In Birmingham wird er der Rekordtransfer eines Champions-League-Klubs sein, in der Premier League, wo der Fussball schneller, intensiver, physischer praktiziert wird als irgendwo sonst.Man darf gespannt sein, was das alles mit Manzambi macht. Aber es kann ganz gut sein, dass die Antwort lautet: einfach nichts.Passend zum Artikel