In Polen wird zum 85. Jahrestag an die Pogrome gegen Juden in Jedwabne erinnert. Rechte Kräfte versuchen teilweise, dieses Erinnern zu vereinnahmen.
an einem Denkmal in Jedwabne erinnert ein Foto an Opfer der Pogrome
Jakub Porzycki/imago
Jedwabne. Ein kleiner Ort in Ostpolen, wie es dort viele gibt: Die barocke Jakobskirche schaut von Norden auf den ovalen Marktplatz, an den sich geduckte einstöckige Häuser anschmiegen, alle schon etwas in die Jahre gekommen. In der Mitte der Grünfläche ragt ein überdimensionales Holzkreuz in den Himmel. Es fungiert als Denkmal für die Menschen im Ort, die unter der sowjetischen Besatzung in den Jahren 1939 – 1941 nach Sibirien und Kasachstan deportiert worden sind.
Die Ignacy-Krasicki-Straße, benannt nach dem Erzbischof von Gnesen, der persönlich mit Friedrich II. bekannt war, führt raus aus dem Marktflecken und endet am jüdischen Friedhof mit dem Blick auf die Weite der sanft geschwungenen Felder. Die Friedhofsmauer ist intakt, drinnen wild wuchernde Natur anstelle der Grabsteine. Auf der anderen Straßenseite rahmt eine niedrige Umfriedung eine etwa 40 Quadratmeter große Fläche ein, in der Mitte ein kleiner Gedenkstein.






