Der Wettbewerb um Einlagen deutscher Sparer blüht. Mit Tages- und Festgeld lässt sich derzeit eine Realverzinsung erzielen. Will heißen eine Rendite, die höher ist als die Inflation, die in Deutschland aktuell bei 2,3 Prozent liegt.Wie sich schon zu Jahresbeginn abgezeichnet hatte, hat sich die Zinspolitik der Institute von der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) entkoppelt. Ausschlaggebend ist der starke Wettbewerb.Schon der Markteintritt der spanischen Großbank BBVA vor einem Jahr ließ die Zinsen steigen. BBVA bot zum Start zunächst für ein Jahr, später dann für sechs Monate ein mit drei Prozent verzinstes Girokonto. Mittlerweile bekommen Neukunden 3,5 Prozent für ein halbes Jahr. Denn die US-Bank J.P. Morgan hat mit ihrer Privatkundenmarke Chase die Latte noch einmal höher gelegt. Sie bietet vier Prozent aufs Tagesgeld, allerdings nur für vier Monate.Vier Prozent sind die neue MesslatteMit dem Zinssatz hat Chase allerdings eine neue Messlatte gesetzt. Wie aus Daten, die das Vergleichs- und Maklerportal Verivox der F.A.Z. zur Verfügung gestellt hat, hervorgeht, lässt sich mit Tagesgeld mittlerweile eine Verzinsung von 4,05 Prozent erreichen, bei der estnischen Bigbank. Wie Chase auch gewährt das estnische Institut den Aktionszins aber nur für den Zeitraum von vier Monaten, danach sind es aktuell 2,25 Prozent. Diese zahlt beispielsweise auch die BBVA ihren Bestandskunden, unter bestimmten Voraussetzungen sind es sogar 2,75 Prozent. Wer sein Geld bei Chase anlegt, bekommt vom fünften Monat an nur zwei Prozent.Mit einer vierprozentigen Verzinsung locken auch die deutsche Norisbank und die französische Crédit Agricole. Die Norisbank gewährt den Aktionszins für ein halbes Jahr, das französische Institut sogar bis zum 31. Januar des kommenden Jahres. Indes ist die Einlage auf maximal 10.000 Euro begrenzt. Danach zahlt die Crédit Agricole immer noch 2,2 Prozent, während es bei der Norisbank eher magere 0,75 Prozent sind. Beide Institute setzen allerdings die vorherige Eröffnung eines Girokontos voraus.Dies kann sich negativ auf den Schufa-Score auswirken. Ein Kriterium ist die Anzahl von Anfragen und Abschlüssen für Girokonten und Kreditkarten in den vergangenen zwölf Monaten.Nach der Erhebung von Verivox bietet der Anbieter Ferratum, eine Marke der Multitude Bank, mit 2,6 Prozent derzeit die höchsten Zinsen für Bestandskunden auf dem deutschen Markt. Bei Ferratum ist das Guthaben durch den maltesischen Einlagenschutz abgesichert. Nach einer Zinserhöhung reiht sich die Hamburger Ascory Bank mit einem Zinssatz von 2,5 Prozent nur knapp dahinter ein.Wer kurzfristig sein Geld nicht benötigt, erhält bei der tschechischen J&T Direktbank mit 3,2 Prozent derzeit die höchsten Zinsen. Die deutschen Institute SWK Bank und die Volkswagen Bank bieten bei 24-monatiger Laufzeit 3,1 Prozent. In diesem Rahmen bewegen sich auch die besten Konditionen für auf ein Jahr angelegtes Festgeld. Aber auch für ein halbes Jahr sind die Festgeldkonditionen noch gut. So bietet die deutsche Tochtergesellschaft der türkischen KT Bank 2,85 Prozent; Voraussetzung ist die Eröffnung eines Girokontos. Beim deutschen Leasingspezialisten Grenke ist dies nicht notwendig, und der Zinssatz beträgt derzeit 2,8 Prozent.Bei der Festgeldanlage ist es aber ratsam, nicht nur auf den Aktionszins, sondern auch auf die anschließende Verzinsung zu schauen. Auch die Einlagensicherung ist ein wichtiges Anlagekriterium. Bei in der EU ansässigen Instituten sind Einlagen bis zu 100.000 Euro abgesichert – in dem Land, in dem die Muttergesellschaft ihren Sitz hat. J.P. Morgan Chase beispielsweise ist Mitglied der freiwilligen Einlagensicherung, sodass auch deutlich höhere Einlagen abgesichert sind.
Vier Prozent aufs Ersparte? Diese Banken bieten jetzt Topzinsen
Wer Geld übrig hat, sollte jetzt handeln. Die Zinsen, die einige Banken für Tages- und Festgeld anbieten, sind auf hohem Niveau. Doch es lauern auch Fallstricke.






