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Dermapharm: Fall Reppegather wird zum Problem für Pharma-Milliardär Beier Die Bafin soll Geschäfte des Pharmakonzerns Dermapharm mit den Reppegather-Brüdern prüfen. Es geht um eine Millionenforderung und mögliche Verstöße gegen Bilanzvorschriften.
Dermapharm-Logo: Finanzaufsicht prüft Bilanzen auf Unregelmäßigkeiten. Foto: IMAGO/imagebrokerDüsseldorf. Die Finanzaufsicht Bafin soll Handelsblatt-Informationen zufolge Geschäfte des Pharmakonzerns Dermapharm mit dem Düsseldorfer Immobilienunternehmer Uwe Reppegather und dessen Bruder Wolfgang prüfen. Das hat das Handelsblatt von mehreren mit den Vorgängen vertrauten Personen erfahren.Konkret geht es um die bilanzielle Abbildung einer Forderung in Höhe von mehr als 60 Millionen Euro, die möglicherweise falsch sein soll. Eine entsprechende Mitteilung hatte die Finanzaufsicht am Freitagmorgen veröffentlicht, ohne den Bezug zu den Reppegathers zu nennen.Laut der Mitteilung sollen zudem Geschäfte mit einem nahestehenden Unternehmen womöglich unzureichend dargestellt worden sein. Dabei soll es Handelsblatt-Recherchen zufolge um die Familienholding des Dermapharm-Eigners Wilhelm „Willi“ Beier gehen. Er soll Insidern zufolge eine langjährige Freundschaft zu Uwe Reppegather pflegen.Die Bafin wollte sich mit Verweis auf Verschwiegenheitsverpflichtungen nicht über ihre Mitteilung hinaus äußern. Auch Dermapharm kommentierte die konkreten Prüfungsinhalte und den weiteren Verlauf nicht.Dermapharm hatte Pläne für Cannabis-GeschäftNur so viel teilte das Unternehmen mit: „Wir sind von der Ordnungsmäßigkeit unserer Rechnungslegung überzeugt und werden die Bafin bei ihrer Prüfung weiterhin transparent, kooperativ und umfassend unterstützen.“Fyta Ermittler nehmen Reppegathers Cannabis-Beteiligung ins Visier Uwe Reppegather bestreitet sämtliche Vorwürfe. Wolfgang Reppegather und sein Anwalt antworteten bislang nicht auf Anfragen.Hintergrund der Bafin-Untersuchung bei Dermapharm sollen Pläne sein, in das Cannabis-Geschäft der Reppegathers einzusteigen. Dermapharm beteiligte sich im März 2019 mit rund 20 Prozent an mehreren Gesellschaften der Fyta-Gruppe, einem damals mit den Reppegathers verbundenen Cannabisproduzenten. Kaufpreis: etwa 60 Millionen Euro.Dermapharm und Fyta: Deal zurückgedrehtDoch das Geschäft lief nur langsam an, offenbar zu langsam für Dermapharm. Ende August 2021 schloss das Unternehmen eine Rückkaufvereinbarung. Die privaten Investmentgesellschaften von Uwe und Wolfgang Reppegather sollten den Kaufpreis demnach bis zum 1. April 2027 in Raten verzinst zurückzahlen.Anfang März 2022 soll eine erste Rate in Höhe von zehn Millionen Euro geflossen sein. Doch Uwe Reppegathers Projektentwickler Centrum steuerte zu diesem Zeitpunkt schon auf eine Krise zu. Mit dem Berliner Ku’damm-Eck war ein wichtiges Projekt ausgesetzt worden. Zinsen und Baukosten belasteten die Liquidität des Unternehmens.Immobilien Reppegather-Dokumente zeigen brisantes Manöver an Hamburger Einkaufsstraße Interne Präsentationsseiten legen nahe, wie der Projektentwickler nach der Pleite Anteile an der Topimmobilie neu ordnete – mit Zielstruktur im Umfeld der Familie Reppegather. Im Juli 2023 brach die Centrum-Gruppe zusammen. Im August folgte die private Pleite Uwe Reppegathers, 2024 musste auch Wolfgang Reppegather Privatinsolvenz anmelden.Während das Verfahren über Wolfgang Reppegathers Vermögen noch läuft, konnte Uwe Reppegather seines mit einem Insolvenzplan beenden. Dieser sah eine Quote von 0,72 Prozent für Gläubiger vor. Wer Reppegather 10.000 Euro geliehen hatte, sah also 72 Euro wieder.Bafin: „Konkrete Anhaltspunkte“ für VerstößeTrotzdem verbuchte Dermapharm die Forderung in seinem Konzernabschluss 2025 unter den „sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerten“ in Höhe von 65 Millionen Euro. Diese gingen demnach „im Wesentlichen“ auf die Rückkaufvereinbarung mit den Reppegather-Gesellschaften zurück.Wie die Bafin am Freitag mitteilte, lägen der Behörde „konkrete Anhaltspunkte dafür vor, dass die Dermapharm Holding SE (Grünwald bei München) gegen Rechnungslegungsvorschriften verstoßen hat“. Die bilanzielle Abbildung einer Forderung über mehr als 60 Millionen Euro sei „möglicherweise fehlerhaft“.Immobilien Operation „Geldstrom Bal“: So lief die Festnahme von Uwe Reppegather auf Ibiza Die Finanzaufsicht habe deshalb eine anlassbezogene Prüfung des Konzernabschlusses eingeleitet. Der zweite Teil der Prüfung betrifft „Geschäftsvorfälle mit einem nahestehenden Unternehmen“, die möglicherweise „unzureichend erläutert“ worden seien.Damit dürfte nach Handelsblatt-Informationen die Themis Beteiligungs-AG gemeint sein. Die Gesellschaft kontrolliert als Mehrheitsaktionärin Dermapharm. Hinter dem Unternehmen stehen Willi Beier und Mitglieder seiner Familie. Themis soll im Zusammenhang mit der Rückkaufvereinbarung ebenfalls eine Rolle gespielt haben. Für solche Konstellationen gelten erhöhte Transparenzanforderungen.Im Konzernabschluss erwähnte Dermapharm das Unternehmen Themis zwar in einem Zuge mit den Investmentgesellschaften der Reppegathers. Welche Rolle das Unternehmen der Familie Beier konkret spielte, blieb allerdings offen. Verwandte Themen BaFinCannabisHandelsblatt Crime Der Absturz des „Wolf of High Street“ – Uwe Reppegather und seine Centrum 19.04.2026








