Wegen der hohen Wassertemperaturen im Mittelmeer hat der französische Energiekonzern EDF am späten Donnerstagabend ein Gaskraftwerk in Südfrankreich vom Netz genommen. Die Anlage in Martigues ‌mit einer Leistung von 930 Megawatt wurde abgeschaltet, da der Zugang zu Kühlwasser eingeschränkt war. Damit musste in diesem Sommer zum ersten Mal ein französisches Gaskraftwerk hitzebedingt den Betrieb einstellen. Zuletzt war das im Jahr 2022 der Fall.Der Ausfall verschärft die angespannte Lage der französischen Energieversorgung. Während Gaskraftwerke nur einen ‌kleinen Teil der französischen Energieversorgung ausmachen, liefert Kernkraft ‌rund 70 Prozent des Stroms. Die europaweite Hitzewelle hatte allerdings zur Folge, dass sich das Wasser in Flüssen stark erwärmte – Kernkraftwerke in Frankreich mussten daher gedrosselt oder vom Netz genommen werden.Denn ein Atomkraftwerk wandelt nur einen Teil der Reaktorwärme in Strom um; der Rest fällt als Abwärme an und wird meist über Kühlwasser abgeführt. Damit Flüsse oder Küstengewässer nicht zusätzlich überhitzt werden, gelten standortbezogene Grenzwerte für Einleittemperaturen und Temperaturerhöhungen. Wenn diese Vorgaben wegen Hitze oder Niedrigwasser nicht mehr eingehalten werden können, müssen Betreiber die Leistung drosseln oder Anlagen vorübergehend vom Netz nehmen.