Der designierte britische Premierminister Andy Burnham will in seinen ersten Amtstagen offenbar einen Kurswechsel in der Energiepolitik einleiten und die Öl- und Gasförderung in der Nordsee ausweiten. Zugleich bereitet er die öffentliche Kontrolle über den Wasserversorger Thames Water vor.Das berichtet der Finanzdienst Bloomberg unter Berufung auf interne Quellen. Demnach hat Burnhams Team die Ministerialverwaltung beauftragt, entsprechende Pläne auszuarbeiten, die bereits in der kommenden Woche vorgestellt werden könnten.

Nach den Bloomberg-Informationen erwägt die künftige Regierung konkret, grünes Licht für die Ölfelder Rosebank und Jackdaw vor der schottischen Küste zu geben. Auch eine Ausweitung sogenannter Tie-Backs, also weiterer Bohrungen an bestehenden Förderstellen, sei im Gespräch. Ein Sprecher Burnhams wollte sich laut Bloomberg nicht äußern.

Druck aus Industrie und Politik

Die Öl- und Gasbranche sowie Gewerkschaften hatten Burnham nach BBC-Angaben in einem offenen Brief aufgefordert, die Nordsee-Förderung zu unterstützen. Dies sei ein Signal, dass sich das Land weiterhin zur Produktion und Fertigung bekenne. Der bisherige Energieminister Ed Miliband hatte neue Bohrlizenzen bislang abgelehnt und stattdessen den Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben.