Bei rund 300 Netflix-Titeln sind generative KI-Werkzeuge zum Einsatz gekommen, sagte Co-CEO Ted Sarandos in der Finanzkonferenz zum zweiten Geschäftsquartal. Den größten Anteil daran habe bislang die Postproduktion.

Generative KI skaliere schnell über den gesamten kreativen Prozess, vom Konzept über die Vorvisualisierung bis in Postproduktion und Auslieferung, wird Sarandos im Protokoll der Konferenz vom Donnerstag zitiert. Neben den Werkzeugen des zugekauften Studios InterPositive nutze Netflix dafür die hauseigene VFX-Einheit Eyeline und ein eigenes Animationslabor.

17 Minuten aus der KI

Konkret wird Sarandos bei der Dokuserie „The American Experiment“. 17 Minuten des Materials seien dort KI-gestützt entstanden, doppelt so schnell und zu den halben Kosten der bisherigen Verfahren. Ohne die Werkzeuge hätten viele Produktionen einzelne Schlüsselszenen weggelassen, die sonst dem Zeitdruck oder den Budget-Grenzen zum Opfer gefallen wären.

Weitere Beispiele nennt Netflix im Aktionärsbrief: die indische Sportserie „Glory“ und die brasilianische Miniserie „Brasil 70: A Saga do Tri“, wie Variety berichtet. Eingesetzt wurde die Technik demnach unter anderem, um Menschenmengen zu vergrößern und historische Schlachtszenen zu bauen. Über diese drei Titel hinaus nennt Netflix keine Namen. Welche Filme und Serien im Katalog KI-Aufnahmen enthalten, erfahren Zuschauer also nicht.