Das Umfragetief, in das die CDU in Schleswig-Holstein gefallen ist, rüttelt am Selbstbild Daniel Günthers. Unter dreißig Prozent zu rutschen, bestätigt den Trend in anderen Bundesländern und im Bund. Davon konnte sich Günther im Schulterschluss mit Hendrik Wüst bislang immer absetzen: Schaut her, wollte er damit sagen, wir können an der Seite der Grünen mit einer „linken CDU“ die AfD kleinhalten.Damit ist es nun vorbei. Die AfD ist im Norden (und längst auch in NRW) in den Umfragen so stark wie überall in Deutschland. Profitiert haben von Günthers Linkskurs nur die Grünen. Sie sind im Norden konstant auf Habeck-Niveau. Die Strategie von Günther, eine CDU zu führen, die grün ist, aber ohne „grüne Spinnerei“, scheint nicht aufzugehen. Zu viele CDU-Wähler denken offenbar, dass die CDU, je grüner sie wird, vor Spinnereien nicht gefeit ist.Zwei Schulen in der CDUDas wird nicht ganz spurlos an der Debatte vorbeigehen, wie die AfD aus CDU-Sicht am besten zu bekämpfen sei. Da streiten bisher zwei Schulen miteinander: Die einen wollen die Wähler nicht verprellen, die unter Merkel links der Mitte zur CDU fanden; die anderen sagen, das sei gerade der Grund dafür, dass die AfD überhaupt entstehen, sich halten und so groß werden konnte. Die jeweiligen Konsequenzen widersprechen sich. Die einen wollen nach links, die anderen nach rechts.Günther wich mit seinem Linkskurs einer Frage immer aus. Wenn sich eine neue rechte Partei bildet, wo ist dann wohl die Lücke, die ihr die Volksparteien gelassen haben, um stark zu werden? Rechts oder links? Ist dann links oder rechts die richtige Antwort, um Wähler zurückzugewinnen? Jetzt hat Günther die Antwort.
Umfragetief für die „linke CDU“ von Daniel Günther
Bislang konnte sich Daniel Günther vom Bundestrend absetzen. Doch die Erfolgsgeschichte einer „linken CDU“ ist vorbei.










