Trump behauptet, amerikanische Wahlen seien nicht mehr fair. Was bezweckt der US-Präsident mit seiner Kritik?Die angebliche Einmischung Chinas und Betrugsversuche von Nicht-Amerikanern: Donald Trump nutzt eine Fernsehansprache, um erneut die Verschärfung der Wahlgesetze zu fordern.Renzo Ruf, Washington17.07.2026, 06.11 Uhr3 LeseminutenWirft China Wahleinmischung vor: US-Präsident Donald Trump.Saul Loeb / ReutersDer amerikanische Präsident hat am Donnerstag eine seiner seltenen Fernsehansprachen genutzt, um die Integrität amerikanischer Wahlen infrage zu stellen. Auf «katastrophale Weise» verfehle das amerikanische Wahlsystem die Anforderung, dass die Stimme jedes Amerikaners korrekt gezählt werde, sagte Donald Trump im Weissen Haus.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Als Beispiel führte der Präsident in seiner 25 Minuten langen Rede einen angeblich gross angelegten Versuch Chinas an, den Ausgang der Präsidentenwahl 2020 zu beeinflussen. Bekanntlich verlor Trump diesen Urnengang gegen den Demokraten Joe Biden. Auch fünfeinhalb Jahre später hat er sich mit dieser Niederlage nicht abgefunden.So sagte Trump, Peking habe sich vor dem Wahltag Zugriff auf persönliche Informationen von amerikanischen Wählern verschafft. Auch deutete er an, dass China zumindest die Absicht gehegt habe, Stimmzettel zu manipulieren. Die entsprechenden Geheimdienstinformationen, auf denen diese Behauptungen beruhten, wurden zeitgleich auf der Internet-Seite des Weissen Hauses veröffentlicht.Zudem erneuerte der Präsident seine Behauptung, wonach das dezentrale amerikanische Wahlsystem anfällig für Betrügereien sei. So sagte Trump, derzeit seien mindestens 278 000 ausländische Staatsbürger als Wählerinnen und Wähler registriert. Die Zahl beruht auf groben Schätzungen, nicht auf amtlichen Daten.Weil einige demokratische Staaten aber der Bundesregierung Einblick in die jeweiligen Wählerregister verweigerten, könne das Weisse Haus diese Betrugsversuche nicht stoppen. Und schliesslich setzte Trump seinen Feldzug gegen die briefliche Stimmabgabe fort. Er nannte die Briefwahl «von Natur aus korrupt», obwohl der Präsident sich an seinem Wohnsitz im Gliedstaat Florida regelmässig brieflich an Wahlen beteiligt.Trump erwähnt Russland mit keinem WortDer politische Gegner reagierte mit Verwunderung und Kritik auf die Unterstellungen des Präsidenten. Denn eigentlich hatte das Weisse Haus vor der Ansprache angekündigt, dass Trump «schockierende» neue Informationen veröffentlichen werde. Der demokratische Senator Mark Warner beispielsweise wies darauf hin, dass die Wähler-Datenbanken der einzelnen Gliedstaaten publik seien. Sein Fazit: Es mag störend wirken, dass sich China persönliche Daten von amerikanischen Wählern wie die Adresse oder das Alter beschaffen konnte, illegal aber ist das nicht. Trump habe schlicht Lügen erzählt, sagte Warner dem Sender CBS.Warner on CBS: I was embarrassed that the president went before our country and networks like yours carried this as news as opposed to a rehash of falsehoods. It is incumbent upon you and any responsible journalist to pushback on this. pic.twitter.com/n8zZhWzheX— Acyn (@Acyn) July 17, 2026
Trump behauptet, amerikanische Wahlen seien nicht mehr fair
Die angebliche Einmischung Chinas und Betrugsversuche von Nicht-Amerikanern: Donald Trump nutzt eine Fernsehansprache, um erneut die Verschärfung der Wahlgesetze zu fordern.










