Die Idee ist schön, unbestritten: Mehr als 300 000 freiwillige Feuerwehrleute in Bayern verrichten aktiv ihren Dienst, sie löschen, retten, bergen, schützen. Und vielen sind ihre Freizeit, das kuschelige Bett in der Nacht mitsamt dem Partner nebenan oder ihr Beruf (wenn der Arbeitgeber mitspielt) auch piepegal, wenn der Piepser geht. Alarm. Muss man das eigens honorieren, obwohl es sich um ein Ehrenamt handelt? Und wenn ja, wie kann das laufen?Die Stadt Aschaffenburg hat vor einigen Jahren eine kommunale Feuerwehr-Rente eingeführt, einen kleinen Bonus im Alter für langjährige Engagierte; einzelne Kommunen schickten sich seitdem an, dem Beispiel zu folgen. Der Freistaat Thüringen hat ein solches Modell wiederum auf Landesebene etabliert. Die SPD findet: Auch eine bayerische Feuerwehr-Rente müsse her. Das war dieser Tage Thema im Innenausschuss des Landtags.Neu ist der Vorschlag ja nicht, der Feuerwehrverband stieß vor ein paar Jahren mal die Diskussion an. Und allerlei Einwände kamen prompt – zum Beispiel der Gemeindetag befürchtete, das würde Begehrlichkeiten im gesamten Ehrenamt wecken, „das ganz große Fass aufmachen“. Dem hält der Antrag der SPD im Ausschuss entgegen: Feuerwehr sei „keine Freizeitbeschäftigung, sondern harte, psychisch wie physisch extrem belastende Pflichtaufgabe der kommunalen Daseinsvorsorge“. Die Einführung einer Feuerwehr-Rente sei „ein überfälliger Akt sozialer Gerechtigkeit“ und das stärkste politische Signal für eine Kultur echter Wertschätzung.Die Finanzierung, so Christiane Feichtmeier (SPD), müsse indes überwiegend durch den Freistaat kommen, damit die Kommunen nicht überlastet werden. Dazu solle ein landesweites Versorgungswerk entstehen, das bei mindestens zehn Jahren aktivem Dienst auszahlt, als Renten-Plus oder als einmalige Summe.In der CSU wittert man eine „Neiddiskussion“Der Ausschuss zeigte sich skeptisch. Norbert Dünkel (CSU) warnte vor einer „Neiddiskussion, die hier aufgebaut wird“. Und die Feuerwehrler im Freistaat selbst wollen seinem Eindruck nach ehrenamtlich bleiben. An bestehenden Beispielen zeige sich zudem: Verrichte jemand 40 Jahre aktiven Dienst, „und das haben die wenigsten“, bekomme er am Ende 43 Euro im Monat: „Was ist die Essenz?“ Florian Siekmann (Grüne) hält Ideen zur Wertschätzung für löblich, komplett neue Strukturen inklusive Versorgungswerk seien aber nicht der richtige Weg. Und es gebe auch Dorffeuerwehren mit einer Handvoll Einsätzen im Jahr, da drohe „ein gewisses Ungleichgewicht“. Für den weiteren Verlauf des SPD-Antrags im Parlament jedenfalls empfahl der Innenausschuss die Ablehnung.2024 hatte sich die Studie „Wer löscht morgen?“ der Frage von Nachwuchsgewinnung, Wertschätzung und Belohnungen gewidmet. Nicht mal zehn Prozent der Aktiven sahen bei Befragungen durch die Technische Hochschule Nürnberg in finanziellen Anreizen ein probates Mittel. Einige Befragte wünschten sich allerdings, wenn’s schon mal ums Geld geht, bessere Bedingungen für ihre jetzige Arbeit. Einer sagte über sein Feuerwehrhaus: „Es regnet rein, die Klamotten hängen in den Dieselabgasen, Duschen gibt es keine.“
Ehrenamt in Bayern: Die Krux mit der Feuerwehr-Rente
Sollen langjährige freiwillige Feuerwehrleute im Alter ein finanzielles Zuckerl bekommen? Die SPD meint, es wird Zeit.






