„Are you alright?“ von Hanna Fearns nimmt Countrymusik als Ausgangspunkt für eine seelische Erkundung von Resilienz jenseits der Americana-Klischees.
Country und Western auf dem Sofa: Hanna Fearns
T Nuding
Auf diesem Album ist immer drei Uhr morgens. Straßenlaternen flimmern, der helllichte Tag hat seinen Lärm verloren. Es ist die Zeit der Küchengespräche, ein Ort für emotionale Offenbarungen. In diesem atmosphärischen Zwielicht siedelt Hanna Fearns ihr drittes Album „Are you alright?“ an. Zwischen Gitarren, Klavier und großzügigen Hallräumen verwandelt sie in den Songs eigenen und fremden Kummer in warmen, modifizierten Country und fragt sich selbst und andere: Geht es dir gut?
Dass diesem Album eine schmerzhafte Erfahrung vorausgegangen sein muss, gibt Fearns preis: „I hate that you make me feel like shit“, singt sie unverblümt. Kummer kann sehr ergiebig sein, wenn es um das Auswringen von Krisen geht. Fearns’ Tränen finden direkt im zweiten Song Worte, wenn sie von Sucht und innerer Zerrissenheit singt. Ein schöner und melancholischer Einstieg, der so vor sich hin plätschert und Reverb an den richtigen Stellen einsetzt – ein bisschen Echo hier, ein bisschen Echo da.







