Verschmutztes Grundwasser, Algenblüten, Gift – die Schäden durch zu viel Stickstoffdünger kosten die Allgemeinheit bis zu 182 Milliarden Euro pro Jahr.

Auch das ist ein Stickstoffdünger: Traktor spritzt Gülle auf eine Wiese in Bayern

Michael Bihlmayer/imago

Die Stickstoffverschmutzung aus der Landwirtschaft kostet die Gesellschaft in der EU nach Schätzungen 68 bis 182 Milliarden Euro jährlich. Das geht aus der ersten umfassenden Evaluation der Nitratrichtlinie von 1991 hervor, die die EU-Kommission nun veröffentlicht hat.

Zu hohe Konzentrationen der Stickstoffverbindung Nitrat aus Düngern „machen Süßwasser als Quelle für Trinkwasser ungeeignet oder verursachen zusätzliche Kosten für die Wasseraufbereitung“, heißt es in der Untersuchung. Denn Nitrat kann im Körper über Nitrit zu krebserregenden Stoffen umgewandelt werden. In Flüssen, Seen und Meeren wachsen Algen und andere Pflanzen laut Kommission wegen der Dünger übermäßig stark. „Das kann zu Sauerstoffmangel und zur Freisetzung giftiger Stoffe führen und so Wasser- und Meeresökosysteme schädigen.“