PfadnavigationHomePanoramaAbrechnung mit FDP, CDU & AfDKubicki? „Sympathischer Schluckspecht, der meist zu angeheitert ist, um zu lügen“, sagt SloterdijkStand: 16:19 UhrLesedauer: 2 MinutenKubicki besitze „diese Falstaff-Komponente, die Menschen gerne mögen“, sagt SloterdijkQuelle: Thomas Banneyer/dpa/picture alliancePeter Sloterdijk seziert die Berliner Politikriege mit Spott. Der Philosoph nennt Friedrich Merz einen Kanzler mit „20 Jahren Trainingsrückstand“, zeigt Sympathien für Wolfgang Kubicki – und kanzelt die AfD als „Sammelsurium ratloser Angeber“ ab.Der Philosoph Peter Sloterdijk kritisiert Friedrich Merz für seine mangelnde politische Erfahrung. Der Bundeskanzler habe „20 Jahre Trainingsrückstand im politischen Betrieb angesammelt“, sagt Sloterdijk im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin „Focus“. „Das merkt man oft.“Merz beherrsche „viele Situationen nicht mit der Selbstverständlichkeit eines langjährigen Profis und vergreift sich ständig im Ton“, so der 79-Jährige weiter. „Wäre Merz ein Fußballer, würde man ihn öfter auf die Bank setzen.“Auf die Frage, welchen Rat er dem Bundeskanzler geben würde, antwortet Sloterdijk: „Er soll den Eindruck vermeiden, er lasse sich von dem kleineren Koalitionspartner in der Manege herumführen.“Lesen Sie auchDeutlich positiver blickt der Philosoph auf Wolfgang Kubicki. Den neuen FDP-Vorsitzenden lobt er für dessen direkte und unterhaltsame Art. Kubicki besitze „diese Falstaff-Komponente, die Menschen gerne mögen“, sagt Sloterdijk. „Eigentlich ist er ein sympathischer Schluckspecht, der meistens zu angeheitert ist, um zu lügen.“ Falstaff ist eine Figur aus mehreren Dramen William Shakespeares – ein beleibter, trinkfreudiger und wortgewandter Lebemann, der trotz seiner Schwächen beim Publikum als sympathische Gestalt gilt.Kubickis Vorgänger Christian Lindner sei „zu klug“ gewesen, alles zu sagen, so Sloterdijk weiter. „Lindner hatte immer zweite und dritte Gedanken. Diesen Verdacht hat in Bezug auf Kubicki niemand. Die zweiten Gedanken sind bei ihm schon im dritten Glas verschwunden.“Lesen Sie auchZudem zieht der 79-Jährige seine Wahlempfehlung für die Liberalen zurück. Zur Bundestagswahl 2025 sagte Sloterdijk, man müsse „mit zusammengebissenen Zähnen FDP wählen“. „Das würde ich heute nicht mehr sagen“, so Sloterdijk. Die FDP habe sich „im Augenblick noch nicht so reorganisiert, wie man es sich wünschen würde“.Lesen Sie auchScharfe Kritik übte er zudem an der AfD. Kein vernünftiger Mensch erwarte „von diesem Sammelsurium ratloser Angeber auch nur die geringste Verbesserung“, sagt er. Den Erfolg der Rechtspopulisten führt der 79-Jährige vorwiegend auf die Resignation der Wähler zurück. Wenn sich nichts mehr verbessere, so Sloterdijk, „denkt sich mancher: Ich kann es ja auch einmal mit der AfD probieren.“Auch die Pläne der AfD in Sachsen-Anhalt tadelt der Philosoph. Dort beruft sich die Partei ausdrücklich auf das Konzept der „illiberalen Demokratie“, das vom früheren ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán geprägt wurde. Man könne aus dem Wort „illiberal“ keinen Vorzug machen, so Sloterdijk. „Aber genau das versuchen die neuen Zyniker: Sie machen aus der Immoralität einen Standpunkt.“doli
Wolfgang Kubicki? „Sympathischer Schluckspecht, der meist zu angeheitert ist, um zu lügen“ – Sloterdijk rechnet mit der Politik ab - WELT
Peter Sloterdijk seziert die Berliner Politikriege mit Spott. Der Philosoph nennt Friedrich Merz einen Kanzler mit „20 Jahren Trainingsrückstand“, zeigt Sympathien für Wolfgang Kubicki – und kanzelt die AfD als „Sammelsurium ratloser Angeber“ ab.






