Uwe Steimle hat bei einer Veranstaltung die DDR-Hymne gesungen, AfD-Prominenz und Besucher stimmten ein. Für SED-Opfer sei das »unerträgliche« Geschichtsvergessenheit, kritisiert die Ombudsfrau Zupke.

16.07.2026, 15.24 Uhr

SED-Opferbeauftragte Zupke: »Unerträgliche« Geschichtsvergessenheit

Der Kabarettist Uwe Steimle sieht sich nach einem Auftritt bei einer AfD-Veranstaltung im sachsen-anhaltischen Dessau-Roßlau mit scharfer Kritik konfrontiert. Steimle hatte zum Abschluss der Diskussionsveranstaltung statt der deutschen Nationalhymne zunächst die Hymne aus der Zeit der SED-Diktatur angestimmt.

Das sei für Opfer des damaligen Systems eine »unerträgliche« Geschichtsvergessenheit und keine Satire, sagt nun Evelyn Zupke, die SED-Opferbeauftragte. Zupke ist Ombudsperson für die Anliegen der Opfer der SED-Diktatur.»Ich habe mich stets gegen eine Verharmlosung der DDR ausgesprochen. Und das Singen der DDR-Nationalhymne gehört für mich dazu«, sagte sie der »Rheinischen Post«. Die Hymne habe »eine hohe Symbolkraft für einen Staat, der eine Diktatur war, ein Unrechtsstaat, der seine Bürger überwachte, der sie schikanierte, der sie einsperrte. Ein Staat, in dem fundamentale Menschenrechte tagtäglich verletzt wurden.«