Aus dem streng katholischen Irland der 70er ins düstere London der 90er: Megan Nolan erzählt von einem Todesfall und den Tricks der Boulevardpresse.
Die Autorin: Megan Nolan
Sophie Davidson
Drei Zeilen eröffnen Megan Nolans zweiten Roman, „Kleine Schwächen“. Wie ein Motto sind sie dem Beginn der eigentlichen Erzählung vorangestellt: „Unten am Skyler Square schlich die Sorge rasch / von Tür zur Tür, ging ein Raunen von Mutter zu Mutter: / Baby fort, böser Mann, wilde Bestie.“ Es ist eine unheimlich wirkende Verdichtung dessen, was folgt.
Wir sind im London des Jahres 1990, als ein dreijähriges Mädchen aus einer Wohnsiedlung verschwindet. Kurz darauf wird es tot aufgefunden. Verdächtig aber ist kein böser Mann, sondern die zehnjährige Lucy. Sie ist der jüngste Spross der Familie Green, die zehn Jahre zuvor aus dem irischen Waterford nach London emigrierte.







