Die Zahl der E-Scooter-Unfälle mit verletzten oder getöteten Menschen ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Die Polizei registrierte 2025 etwa 16.500 solcher Unfälle, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Das seien etwa 38 Prozent mehr gewesen als ein Jahr zuvor.Im vergangenen Jahr sind demnach 38 Menschen bei Unfällen mit E-Scootern gestorben. 2024 waren es noch 27 Tote gewesen. 2025 wurden laut Statistikamt zudem etwa 1900 Menschen schwer und rund 16.200 Menschen leicht verletzt.Etwa 82,4 Prozent der Verunglückten seien selbst mit einem E-Scooter unterwegs gewesen, darunter 33 der 38 Todesopfer, hieß es. 5,5 Prozent der Verunglückten auf einem E-Scooter seien Mitfahrerinnen und Mitfahrer gewesen, darunter auch eines der 33 Todesopfer.„Laut Straßenverkehrsordnung sind E-Scooter nur für eine Person vorgesehen, das Mitfahren weiterer Personen ist nicht erlaubt“, schreiben die Statistikerinnen und Statistiker. „Von den fünf weiteren bei E-Scooter-Unfällen Getöteten waren drei Personen zu Fuß unterwegs, eine mit dem Fahrrad und eine mit dem Auto.“„Es endet für viele Kinder und Jugendliche im Krankenhaus“Derweil machen sich mehrere Interessenverbände für Nutzereinschränkungen stark. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendchirurgie (DGKJCH) hatte schon zu Beginn der Woche ein Verbot von E-Scootern für Kinder unter 14 Jahren gefordert und sich zudem für eine Helmpflicht beim Fahren der Roller sowie gezielte Fahrtrainings ausgesprochen.„Was als flexibler und angesagter Freizeitspaß oder schnelle und bequeme Option für die Schulfahrt gilt, endet für viele Kinder und Jugendliche im Krankenhaus“, erklärte die medizinische Fachgesellschaft. „Entgegen der Wahrnehmung als harmloses Spielzeug haben E-Scooter in der Kinder- und Jugendchirurgie das Trampolin als häufigste Ursache für schwere Freizeitverletzungen abgelöst“, erklärt DGKJCH-Pressesprecher Joachim Suß, Chefarzt für Kinderchirurgie am Kinderkrankenhaus Wilhelmstift in Hamburg.In Deutschland verunglückten demnach jährlich durchschnittlich mehr als 2500 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren bei Unfällen mit den elektrischen Rollern. Die Gruppe der Jugendlichen von 15 bis unter 18 Jahren sei dabei die am stärksten vertretene Gruppe mit über 1500 verunglückten Teenagern.Risiko für jüngere Altersgruppe sehr hochKinder unter 15 Jahren sind laut der Fachgesellschaft ebenfalls stark gefährdet: Obwohl das Fahren von E-Scootern im Straßenverkehr erst ab 14 Jahren erlaubt sei, verunglückten 500 bis 600 jüngere Kinder. Das seien rund 38 Prozent der jugendlichen Unfälle. Damit sei das Risiko für diese Altersgruppe besonders hoch.Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat forderte am Donnerstag, einen „Befähigungsnachweis“ für das Fahren von E-Scootern einzuführen. „Wir müssen sicherstellen, dass alle, die mit einem E-Scooter unterwegs sind, die wichtigsten Regeln kennen und ihr Fahrzeug sicher beherrschen“, teilte Verbandspräsident Manfred Wirsch mit. Er verglich den Nachweis mit einer Mofa-Prüfbescheinigung. „Jugendliche könnten eine solche Ausbildung bereits im schulischen Kontext absolvieren.“Zudem forderte der Verband, das derzeit geltende Mindestalter für die Nutzung von E-Scootern auf 15 Jahre anzuheben. „Wer ein motorisiertes Fahrzeug im Straßenverkehr bewegt, braucht die nötige Reife und Erfahrung.“
E-Scooter: Für viele Kinder und Jugendliche endet die Fahrt im Krankenhaus
Die Zahl der E-Scooter-Unfälle mit Verletzten oder Toten ist laut Statistik im vergangenen Jahr deutlich auf 16.500 gestiegen. Verbände wollen insbesondere Kinder und Jugendliche besser schützen.











