Zusammen mit Traktoren der Marke „Fortschritt“ und den sowjetischen Belarus-Traktoren gehörte der tschechische Zetor zu den vielgenutzten Schleppern der DDR-Landwirtschaft. Nun endet eine Ära: Der traditionsreiche Hersteller aus Brünn stellt die Traktorenproduktion an seinem Stammsitz ein.Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, wird die gesamte Fertigung nach Asien verlagert – zunächst nach Indien, wo Zetor bereits über ein Gemeinschaftsunternehmen verfügt, langfristig soll auch ein Produktionspartner in China hinzukommen. Nach fast 80 Jahren Produktion am tschechischen Stammsitz in Brünn ist damit laut Unternehmensleitung die Herstellung in Europa nicht mehr rentabel.
Materialien offenbar in Asien bis zu 35 Prozent günstiger
Betriebsdirektor Robert Harman begründete den Schritt damit, dass die Herstellung von kleinen und mittelgroßen Traktoren in Europa unter den derzeitigen Bedingungen nicht sinnvoll sei, da die Industrie in der EU im Vergleich zu den USA und China mit deutlich höheren Energiepreisen zu kämpfen habe. Als Grund nennt Zetor zudem deutliche Kostenunterschiede: Materialien seien in Indien und China rund 30 bis 35 Prozent günstiger, wodurch die Kosten eines fertigen Traktors um mindestens 25 bis 30 Prozent sinken könnten.







