In Bremen regiert die militärkritische Linke mit. Doch gerade dank fehlender Kriegsbegeisterung eignet sich Bremerhaven für den neuen Marinehafen.

J etzt war also Boris Pistorius (SPD) in Bremerhaven. Der Bundesverteidigungsminister hat dort die Marineoperationsschule besichtigt und den Baufortschritt beim militärischen maritimen Logistik-Hub gelobt, in das aus dem Bundeshaushalt 1,35 Milliarden Euro fließen.

Anschließend übte er sich auf einer Pressekonferenz in vielsagender Zurückhaltung bei der Frage, die im Zweistädtestaat (Bremen und Bremerhaven) am meisten interessiert: Wo soll der zweite Nordseestützpunkt hin, den Deutschlands Marine ja erhalten soll? Der Standort Bremerhaven gilt als vielversprechender Anwärter. Das ein Stück weiter westlich an der Küste gelegene Emden, das diese Funktion vor 29 Jahren verloren hat, aber auch.

Klar, die im Lande Bremen mitregierende Linke und ihre Verbündeten hatte noch vor zwei Jahren sehr vehement gegen Bundeswehrwerbung an örtlichen Schulen protestiert. Auch lässt das SPD-Landesoberhaupt seit 15 Jahren am 8. Juli die Flagge der „Mayors of Peace“ hissen. Aber ehrlich, einen eigenen Marinehafen, wo es doch mit dem Windkraftterminal nicht geklappt hat, das wäre natürlich toll. Finden alle.