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KI: Lovable-Konkurrent Emergent sammelt 130 Millionen US-Dollar ein Mit Vibe-Coding können auch Laien eigene Apps bauen. Der Markt wächst, wie die jüngste Finanzierungsrunde von Emergent zeigt. Doch die Konkurrenz durch Lovable, Anthropic und Co. ist groß.

Lina Knees 15.07.2026 - 14:52 Uhr Artikel anhörenEmergent-Gründer Mukund (l.) und Madhav Jha: „Wir sind gerade erst am Anfang dieser Entwicklung.“ Foto: EmergentBerlin. Softwareentwicklung mit Künstlicher Intelligenz (KI) gehört zu den lukrativsten Geschäften der KI-Branche. Der Markt für Plattformen, auf denen Nutzer ohne Programmierkenntnisse – allein durch Sprachbefehle – Apps und Websites erstellen, scheint noch nicht gesättigt. Das zeigt auch die neueste Finanzierungsrunde von Emergent.Das amerikanisch-indische Start-up entwickelt eine KI-Coding-Plattform und sammelte in seiner jüngsten Finanzierungsrunde 130 Millionen US-Dollar ein. Damit steigt die Bewertung des Unternehmens laut eigenen Angaben auf 1,5 Milliarden Dollar. Das macht Emergent ein Jahr nach Veröffentlichung seiner Plattform zum „Einhorn“. So heißen Jungfirmen, die mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet werden.Die jüngste Runde führten die indischen Wagniskapitalgeber Creaegis und Claypond Capital sowie Sentinel Global aus San Francisco an. Ebenfalls beteiligt sind Khosla Ventures, Frühinvestor bei OpenAI, Softbank Vision Fund 2 und Lightspeed Venture. Insgesamt hat das Start-up bisher knapp 230 Millionen Dollar eingesammelt.Mitgründer und CEO Mukund Jha ist überzeugt, dass der Markt für das sogenannte „Vibe-Coding“ weiter wächst. „Der Anteil der Software, die von Nicht-Entwicklern erstellt wird, wird den Anteil der von Entwicklern erstellten Software bei Weitem übersteigen“, sagt Jha. „Wir sind gerade erst am Anfang dieser Entwicklung.“Vom Vibe-Coding zum eigenen Open-Claw-AgentenEmergent wurde von den Zwillingsbrüdern Mukund und Madhav Jha gegründet. Zuvor arbeitete Mukund als Softwareingenieur bei Google. Später war er technischer Direktor beim indischen Onlinelieferservice Dunzo. Madhav Jha war in der Forschungsabteilung von Amazon Web Services tätig und gehörte laut Unternehmensangaben zum Deep-Learning-Team, das zu KI-Modellen forschte.KI Neue Entwicklerplattform für KI-Agenten will Marktführer herausfordern Im Sommer 2024 startete Emergent als Teil des Start-up-Programms von Y Combinator – das Gründerzentrum bietet ein dreimonatiges Bootcamp, aus dem vor Jahren bereits die Wohnungsvermietungsplattform Airbnb und das Onlineforum Reddit hervorgegangen sind. Ursprünglich wollten die Brüder KI-Agenten bauen, die Software automatisch auf Fehler prüfen. „Dann wurde uns klar, dass die Technologie, die wir entwickelten, tatsächlich allgemein Aufgaben in der Softwareentwicklung lösen konnte“, sagt Mukund Jha.Der Softwareprüfagent von Emergent konnte nicht nur Software testen, sondern auch schreiben. Im Juni 2025 veröffentlichte das Start-up die erste Version seiner Vibe-Coding-Plattform.Mukund Jha beschreibt die Technik dahinter als ein Team aus mehreren virtuellen Entwicklern. Gibt der Nutzer seine App-Idee ein, beginnen sie zu arbeiten: Ein Agent verteilt die Aufgaben, einer schreibt den Code, ein anderer testet ihn, ein Agent baut Sicherheitsmechanismen ein, und einer betreibt die fertige App.Emergent richtet sich dabei nicht an Hobbyentwickler: „Unsere Nutzer sind vor allem kleine und mittlere Unternehmen, die versuchen, ihr Geschäft zu digitalisieren“, sagt Mukund Jha. Das Start-up will nun nicht nur Anwendungen mit KI entwickeln, sondern den gesamten Geschäftsprozess dieser Unternehmen automatisieren.Der neue KI-Assistent „Wingman“ soll Aufgaben wie Terminkoordination, Marketing in den sozialen Medien und Finanzverwaltung übernehmen. Anweisungen können Nutzer dem Agenten per WhatsApp oder E-Mail erteilen. „Er führt Telefonate, schaut sich Unterlagen an und kann Rechnungen durchschauen“, sagt Mukund Jha. „Worauf wir hinarbeiten, ist im Wesentlichen der Aufbau dieses Betriebssystems für Unternehmen.“Harte KonkurrenzDie Konkurrenz im Markt für KI-Softwareentwicklung ist groß. In Europa soll sich das Vibe-Coding-Start-up Lovable in Gesprächen befinden, um 300 Millionen Dollar frische Finanzierungsgelder einzusammeln. Hinzu kommt Konkurrenz aus den USA: Cursor und Replit sowie große Modellanbieter wie Anthropic erlauben Nutzern ohne Programmierkenntnisse ebenfalls, eigene Anwendungen zu bauen.„Der Markt wächst stark, und infolgedessen ist sehr viel Kapital in die entsprechenden Unternehmen geflossen“, sagt Andre Retterath, Partner beim Frühinvestor Earlybird. „Mir persönlich ist unklar, wie sich neue Unternehmen gegen deutlich besser finanzierte Wettbewerber wie Anthropic, OpenAI oder auch Lovable durchsetzen.“Emergent verzeichnet nach eigenen Angaben mehr als zwölf Millionen Nutzer. Laut Mukund Jha kommt ein Drittel aus den USA, ein weiteres aus Europa. 70 Prozent von ihnen hätten noch nie eine Zeile Code geschrieben.200 Mitarbeiter beschäftigt Emergent bereits. Mit dem neuen Kapital will das Start-up wachsen und seine KI-Agenten weiterentwickeln. Laut Mukund Jha soll Emergent zur „Softwarefabrik“ für Unternehmen werden, die kein Entwicklerteam unterhalten können. Neben bestehenden Büros in Pleasanton in Kalifornien und Bengaluru (Bangalore) in Indien plant das Unternehmen einen Standort in Europa. Veröffentlicht nach den redaktionellen Standards des Handelsblatts. Mehr Informationen finden Sie in unseren Richtlinien. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige remind.me Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige FREITAG® Immobilien FREITAG® Immobilien – Ihr Makler und Gutachter für München & Starnberg Anzeige Presseportal Direkt hier lesen! Anzeige STELLENMARKT Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden Anzeige Expertentesten.de Produktvergleich - schnell zum besten Produkt