Wer auf der Internetseite von DHL eine Versandmarke für ein Paket kaufen möchte, kann das aktuell bis zu einem Gesamtgewicht von 31,5 Kilo tun. Das reformierte Postgesetz sieht eine Gewichtsbegrenzung von teilweise 20 Kilo vor – in Kraft ist die Regelung aber bislang nicht. Nun fordert der Versanddienstleister selbst ein Maximalgewicht, das über der im Gesetz festgelegten Grenze liegt.Die DHL Group begründet ihren Vorschlag „für eine gesetzliche Gewichtsbegrenzung von Paketen auf 23 Kilogramm“ mit der Gesundheit der Paketboten und -botinnen, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. „Vor dem Hintergrund des stetig wachsenden Paketgeschäfts ist eine solche Grenze aus Sicht der Deutschen Post ein unverzichtbarer Beitrag zum langfristigen Gesundheitsschutz der bundesweit tätigen Paketzustellerinnen und -zusteller.“Das Unternehmen könnte die Gewichtsgrenze für Pakete zwar selbst ändern. Das würde aber vermutlich zu einem Wettbewerbsnachteil führen. Die Konkurrenz nimmt teilweise schon jetzt Pakete mit einem höheren Maximalgewicht an: Anders als DHL, DPD und Hermes, bei denen bei 31,5 Kilo Schluss ist, können bei GLS etwa Paketmarken für Sendungen bis zu 40 Kilo gekauft werden.Im Rahmen der Postgesetz-Reform wurde 2024 eine Regelung beschlossen, die vorsieht, dass Pakete über 20 Kilo im Regelfall von zwei Personen zugestellt werden sollen. Falls der Zusteller allerdings ein geeignetes technisches Hilfsmittel zur Verfügung hat, soll auch eine Zustellung durch eine Person erlaubt sein.Das Problem: Bislang fehlt eine ergänzende Verordnung, die regeln soll, mit welchen technischen Hilfsmitteln eine Ein-Personen-Zustellung eines schwereren Pakets doch noch zulässig wäre. Solange ist die Regelung nicht in Kraft. Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums sagte der Nachrichtenagentur dpa Ende November 2025 hierzu, man arbeite an der Umsetzung der Vorgaben des neuen Postgesetzes.Die stellvertretende Verdi-Vorsitzende, Andrea Kocsis, nannte die Gewichtsbegrenzung für Ein-Personen-Zustellungen schon 2023 „unzureichend und realitätsfern“. Eine Sackkarre reiche nicht aus, um die Gesundheit zu schützen. Pakete, die mehr als 20 Kilogramm wiegen, sollten immer von zwei Personen ausgeliefert werden, fordert Verdi.Zuletzt hatte die SPD-Landtagsfraktion in Thüringen vor wenigen Wochen eine verbindliche 20-Kilo-Grenze für Pakete gefordert. Der Einsatz von technischen Hilfsmitteln würde diese Regelung allerdings in der Praxis aushebeln.
„Langfristiger Gesundheitsschutz“ für Zusteller: DHL fordert gesetzliches Maximalgewicht für Pakete
Das Gesetz sieht längst strengere Regeln für schwere Pakete vor, doch sie gelten bislang nicht. Nun kommt eine überraschende Forderung ausgerechnet vom größten Paketdienst selbst.







