Scam-Fabriken in Südostasien: Pekings Kampf gegen die Drahtzieher

Mit drohenden Todesurteilen geht China gegen die Clans der Betrugsfabriken vor. Doch der Kampf gegen das Netzwerk ist auch Teil eines Machtkampfs.

Weil viele Opfer wie Täter in den Scam-Fabriken Chinesen sind, geht China gegen die Netzwerke vor

Yin Gang/XINHUA/epa

Wei Huairen ist Oberhaupt eines mächtigen Clans aus Myanmars autonomer Region Kokang. Das einstige Opiumgebiet liegt im nordöstlichen Shan-Staat an der Grenze zu China und verdankt seinen Namen der chinesischstämmigen Ethnie der Kokang. Der Wei-Clan soll dort seinen Einfluss zum Aufbau eines Betrugsnetzwerks genutzt haben. Mit Erpressung, dem Kassieren von Schutzgeldern, Online- und Telefonbetrug, Menschenhandel bis hin zu Mord sollen die Weis umgerechnet 3,5 Milliarden Dollar eingenommen haben, behauptete Chinas Zentralfernsehen CCTV im Mai. Anlass war der Prozess gegen den Wei-Clan in der chinesischen Provinz Fujian.