Chinas Wirtschaft ist im zweiten Quartal langsamer als erwartet gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt legte von April bis Juni um 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu, wie das nationale Statistikamt in Peking mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem Wachstum von 4,5 Prozent gerechnet.
Abgesehen von der dreijährigen Ausnahmephase der Covid-19-Beschränkungen ist dies laut „Financial Times “ der niedrigste Wert seit der offiziellen Einführung der BIP-Berichterstattung Anfang der 1990er-Jahre. Im ersten Quartal hatte das Plus noch 5,0 Prozent betragen. Im gesamten ersten Halbjahr wuchs die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt im Vorjahresvergleich um 4,7 Prozent.Die Zahlen zeichnen das Bild einer zunehmend zweigeteilten Wirtschaft. Industrie und Außenhandel entwickeln sich weiterhin vergleichsweise stark. Konsum, Investitionen und Immobilienmarkt bleiben dagegen schwach. Die starke Auslandsnachfrage stützt Chinas Industrie, führt bislang aber nicht zu einer breiten Erholung im Inland.
Chinas Statistiker zeigten sich optimistisch. Der Rückgang des Wachstums im zweiten Quartal sei auf „äußere Faktoren“ zurückzuführen, sagte der Vize-Kommissar des Statistikamtes Mao Shengyong. Er nannte etwa die Konfliktlage im Nahen Osten und ein langsameres Wachstum der Weltwirtschaft. In China sei besonders die Petrochemie-Branche betroffen gewesen. Alle anderen Sektoren hätten sich jedoch normal entwickelt, erklärte er.










