Der Kölner Buchverlag hat in den vergangenen Jahren starke Zahlen vorgelegt, musste im vergangenen Geschäftsjahr nun aber einen Dämpfer verkraften: Zwar stieg der Umsatz weiter um knapp vier Prozent auf 118 Millionen Euro, das war allerdings weniger als ursprünglich erhofft. Das Ostergeschäft ist nicht so gelaufen, wie sich die Verlagsmanager das gewünscht hatten.Die Geschäftsführung hat schon im April unmittelbar reagiert und eine Ad-hoc-Meldung veröffentlicht, indem die ambitionierte Prognose für das Geschäftsjahr 2025/26 gesenkt wurde. Statt eines Umsatzes von 120 bis 125 Millionen Euro erwarteten die Manager nur noch 118 bis 119 Millionen Euro. Nun sind es 118,4 Millionen geworden, wie der Vorstandsvorsitzende Soheil Dastyari am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz bekannt gab. Unter dem Strich blieb ein Konzerngewinn nach Steuern von 6,4 Millionen Euro, das waren deutlich weniger als die 11,4 Millionen Euro im Vorjahr.New-Adult-Segment zieht Nachahmer anDas schwierigere Geschäftsumfeld bekommen auch die Aktionäre im Geldbeutel zu spüren. Das Management schlägt vor, eine Dividende von 25 Cent je Aktie auszuschütten; im Vorjahr hatten die Aktionäre noch 36 Cent je Anteilsschein bekommen. Die Aktionäre hatten in den vergangenen Jahren Gefallen an der Aktie gefunden, der Kurs hatte sich zwischen dem Jahr 2020 und 2025 von zwei Euro auf elf Euro mehr als verfünffacht. In den vergangenen zwölf Monaten ging es aber wieder abwärts, die Aktie hat rund ein Drittel ihres Wertes wieder verloren und notiert derzeit bei rund sieben Euro.Bastei-Lübbe-Chef Soheil DastyaridpaIn den vergangenen Jahren ist der Kölner Buchverlag vor allem mit der jungen Verlagsmarke Lyx, die sich auf Liebesromane für junge Erwachsene spezialisiert hat, rasant gewachsen. Bastei Lübbe hatte den New-Adult-Imprint im Jahr 2016 vom Egmont-Verlag übernommen und danach sehr erfolgreich ausgebaut. Auf den Buchmessen in Frankfurt und Leipzig gab es sehr großen Andrang an den Ständen von Bastei Lübbe. Das brachte auch viele Nachahmer auf den Plan. Zuletzt hätten „alle in das New-Adult-Segment gedrängt“, erläuterte Dastyari auf der Bilanzpressekonferenz, es habe einen regelrechten Verdrängungswettbewerb gegeben. Dastyari zeigte sich aber zuversichtlich, das Segment wachse weiterhin. Bastei Lübbe habe mit Lyx weiterhin „die wichtigste Marke im New-Adult-Segment“, sie sei zum zweiten Mal in Folge „Booktok-Verlag des Jahres“ geworden.Bunt bedruckte Buchkanten werden zu teuerBastei Lübbe habe zwar die außergewöhnlichen Erfolge des Vorjahres mit der Amazon-Prime-Serienadaption des Romans „Save Me“ von Mona Kasten in der Romanreihe „Maxton Hall“ nicht wiederholen können, aber die Verlagsgruppe profitiert von erfolgreichen Neuveröffentlichungen von Bestsellerautoren wie Dan Brown und Ken Follett. Der New-Adult-Boom sei auch nicht vorbei, viele Romane würden jetzt verfilmt und feierten Erfolge im Kino oder über das Streaming. Dastyari sagte, er gehe davon aus, dass einige Wettbewerber ihr New-Adult-Programm nach der schnellen Expansion im Vorjahr wieder reduzieren werden. Sehr gut entwickelte sich auch der Kinderbuchverlag Baumhaus mit dem Erfolg der Reihe „Gregs Tagebuch“.Sparen will Bastei Lübbe im kommenden Jahr „insbesondere am Materialaufwand“. Die Produktion vieler farbenfroher Bücher mit den bei jüngeren Kunden sehr beliebten Farbschnitten – also bunt bedruckten Buchkanten – geht offenbar ins Geld. Diesen Trend müsse man ein Stück weit wieder zurückdrehen, die Produktion der Bücher sei teilweise „unfassbar teuer“ geworden, sagte Finanzvorstand Mathis Gerkensmeyer.Bastei Lübbe ist seit 2013 an der Börse notiert. Zu den Großaktionären gehören die Gründerfamilie Lübbe mit einem Anteil von rund 33 Prozent und der Drogeriemarktunternehmer Dirk Rossmann mit einem Anteil von rund 25 Prozent.