Erinnerung an Verkehrsopfer : „Ghostbikes“ zerstört und gestohlen14.07.2026, 13:40Lesezeit: 2 Min.Weiße Räder stehen an Orten, an denen Radfahrer tödlich verunglückt sind. Sie werden in Frankfurt immer öfter zum Ziel von Beschädigungen.Die Initiative „Ghostbikes Frankfurt“ beklagt, dass mehrfach „Geisterräder“ beschädigt oder sogar gestohlen worden sind. Die weiß lackierten Räder stehen an Stellen, an denen Radfahrer bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen sind. Jüngst sei ein „Ghostbike“ an der Scheerwaldschneise im Frankfurter Stadtwald, das im Juni 2024 zur Erinnerung an einen dort verunglückten Radfahrer aufgestellt worden sei, zum dritten Mal zerstört worden. Ein in Kalbach, An der Bergstraße, abgestelltes Geisterrad sei gestohlen worden.Die Zerstörung eines „Ghostbikes“ sei mehr als eine Sachbeschädigung, so Falko Görres, der sich in der Initiative engagiert. Die Räder erinnerten an die Verstorbenen und seien für Angehörige und den Freundeskreis ein Ort des Gedenkens. Zugleich mahnten sie zu mehr Rücksicht und Verkehrssicherheit. Die Beschädigung treffe die Erinnerung an einen Menschen, der im Straßenverkehr sein Leben verloren habe. „Für Angehörige und Hinterbliebene ist ein solcher Akt besonders verletzend“, sagt Görres.Nach Worten von Ansgar Hegerfeld, verkehrspolitischer Sprecher des Fahrradclubs ADFC, handelt es sich nicht um Einzelfälle. Unter anderem sei das Rad an der Osthafenbrücke mehrfach beschädigt worden. Bei anderen Rädern seien Einzelteile gestohlen worden. Dass nun eines zum dritten Mal zerstört worden sei, mache ihn fassungslos. Die Linken-Fraktionsvorsitzende im Römer, Daniela Mehler-Würzbach, nennt die Beschädigungen „beschämend“. Für die „Vision Zero“, also das Ziel, dass es keine Toten oder Schwerverletzten im Straßenverkehr mehr geben solle, sei eine sichere Infrastruktur für den Rad- und Fußverkehr und ein entschlossenes Vorgehen gegen Gefahrenstellen nötig.2024 starben zwei Fahrradfahrer in Frankfurt, im vorigen Jahr kam es zu keinem tödlichen Unfall, an dem Radfahrer beteiligt waren. Auch die Zahl der Schwerverletzten ging um knapp 15 Prozent auf 71 zurück. Die Initiative will jetzt anstelle des zerstörten Rads an der Scheerwaldschneise und des gestohlenen in Kalbach Gedenktafeln anbringen. Sie weist darauf hin, dass es sich bei den „Ghostbikes“ nicht um politische Symbole oder Provokationen handele. Sie würden auch nie gegen den Willen der Angehörigen aufgestellt. In Frankfurt stehen bisher 21 Geisterräder.