PfadnavigationHomeRegionalesHamburgJahresberichtHamburger Feuerwehr rückt 333.394 Mal aus – Zahl der Großbrände steigt deutlichVeröffentlicht am 14.07.2026Lesedauer: 5 MinutenARCHIV - 22.07.2022, Hamburg: Eine Jacke mit der Aufschrift «Feuerwehr Hamburg» hängt in der Feuer- und Rettungswache Berliner Tor. (zu dpa: «Feuerwehr reagiert bei Einsatzplanung flexibel auf Hitze») Foto: Julian Weber/dpa +++ dpa-Bildfunk +++Quelle: Julian Weber/dpaWährend die Gesamtzahl der Feuerwehr-Einsätze in Hamburg leicht sinkt, nehmen Brände und Rettungsdiensteinsätze zu. Elf Menschen sterben bei Feuern. Der Senat investiert eigenen Angaben zufolge Millionen in Fahrzeuge, Technik und neue Wachen.Die Hamburger Feuerwehr ist im vergangenen Jahr zu 333.394 Einsätzen ausgerückt. Damit blieb die Belastung für Berufsfeuerwehr, Rettungsdienst und Freiwillige Feuerwehren auf einem hohen Niveau. Gegenüber 2024, als 334.630 Einsätze registriert worden waren, sank die Gesamtzahl lediglich um 1236 Fälle. Das geht aus dem Jahresbericht 2025 hervor, den Innensenator Andy Grote (SPD), Feuerwehrchef Jörg Sauermann und Harald Burghart, Landesbereichsführer der Freiwilligen Feuerwehr, am Dienstag im Hamburger Rathaus vorgestellt haben.Hinter den nüchternen Zahlen steht ein Jahr mit mehreren außergewöhnlichen Einsatzlagen. Zu den herausragenden Einsatzlagen gehörten das ICE-Unglück im Stadtteil Rönneburg im Februar, der Brand im Marienkrankenhaus im Juni und der mehrtägige Großbrand auf der Veddel im August. Gerade diese Einsätze hätten gezeigt, „was für einen verdammt harten und gefährlichen Job unsere Hamburger Feuerwehrleute für uns alle machen“, sagte Innensenator Grote. Beim Feuer im Marienkrankenhaus habe die Feuerwehr vielen Menschen das Leben gerettet. „Wir alle schulden ihnen Dank und Rückendeckung.“Lesen Sie auchWährend die Gesamtzahl der Einsätze geringfügig zurückging, musste die Feuerwehr häufiger zu Bränden ausrücken. Die Zahl der Brandschutzeinsätze stieg von 12.840 im Jahr 2024 auf 13.157. Besonders deutlich fiel die Zunahme bei den Großbränden aus: 24 Einsätze wurden in diese Kategorie eingeordnet, im Vorjahr waren es 16 gewesen. Als Großbrand gilt bei der Feuerwehr ein Einsatz, bei dem mehr als drei Strahlrohre zur Brandbekämpfung eingesetzt werden müssen. Trotz des Anstiegs im Jahresvergleich erkennt die Behörde in der langfristigen Betrachtung weiterhin einen rückläufigen Trend.Elf Menschen kamen 2025 bei Bränden in Hamburg ums Leben. Im Jahr zuvor war ein Rekordtief verzeichnet worden. Über einen Zeitraum von 20 Jahren hinweg sei bei der Zahl der Brandtoten dennoch eine positive Entwicklung zu erkennen, heißt es im Bericht. Die Feuerwehr appelliert erneut an die Bevölkerung, Wohnungen und Häuser mit funktionierenden Rauchwarnmeldern auszustatten. Sie können im Ernstfall Leben retten.Auch der Hamburger Rettungsdienst verzeichnete einen leichten Zuwachs. Insgesamt wurden 296.394 Einsätze registriert, rund 0,37 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit fiel der Anstieg nach Angaben der Feuerwehr deutlich geringer aus als im bundesweiten Trend. Feuerwehrchef Jörg Sauermann führt dies auf gezielte Gegenmaßnahmen zurück. „Unsere Einsatzzahlen bewegen sich nach wie vor auf einem hohen Niveau. Dem schnellen Anstieg konnten wir jedoch – entgegen dem bundesweiten Trend – vor allem im Rettungsdienst mit gezielten Maßnahmen begegnen“, sagte Sauermann. In insgesamt 333.394 Einsätzen hätten ehren- und hauptamtliche Feuerwehrangehörige den Hamburgern „in ihren schwierigsten Stunden“ zur Seite gestanden.Lesen Sie auchDeutlich zurückgegangen ist dagegen die Technische Hilfeleistung. Weil Hamburg 2025 von weniger ausgeprägten Unwetterlagen betroffen war, sank deren Zahl um mehr als 2000 auf 22.595 Einsätze. Auch die Alarmierungen der Freiwilligen Feuerwehren gingen nach dem stark durch Unwetter geprägten Jahr 2024 zurück. Ihre Fahrzeuge wurden 10.720 Mal gerufen, ein Minus von 10,27 Prozent. Damit lagen die Zahlen wieder ungefähr auf dem Niveau von 2023.Bei Bränden wurden die Ehrenamtlichen allerdings so häufig gebraucht wie nie zuvor: Mit 7796 Alarmierungen erreichte die Freiwillige Feuerwehr einen neuen Höchststand im Brandschutz. Für Landesbereichsführer Harald Burghart unterstreicht diese Entwicklung, „wie unverzichtbar unser Beitrag für die Sicherheit Hamburgs ist“. Die große Übergabe neuer Fahrzeuge sei ein Meilenstein für die Einsatzbereitschaft und zugleich „ein starkes Signal der Wertschätzung für das ehrenamtliche Engagement“.Der Kampfmittelräumdienst rückte 2025 zu 146 Einsätzen aus. Die Spezialisten entschärften vier große Sprengbomben und zahlreiche kleinere Munitionsstücke. Darüber hinaus nahm die Gefahrenerkundung auf private oder gewerbliche Anträge hin 7889 Luftbildauswertungen vor.Lesen Sie auchParallel zum Einsatzaufkommen wächst die Hamburger Feuerwehr personell weiter. Die Zahl der Beschäftigten nahm innerhalb eines Jahres um 77 auf 3729 zu. Seit 2017 wurde die Feuerwehr damit um mehr als 700 Mitarbeiter verstärkt. Zum Personal gehörten zuletzt 2804 Feuerwehrbeamte und Angestellte im Rettungsdienst sowie 468 Beschäftigte in der Verwaltung. Weitere 448 Nachwuchskräfte befanden sich in der Ausbildung für den Einsatzdienst, neun absolvierten Ausbildungen in anderen Bereichen.Auch die Nachwuchsarbeit der Freiwilligen Feuerwehr wird ausgebaut. Zu den bestehenden 17 Minifeuerwehren kamen 2025 vier neue Gruppen hinzu. Dort werden Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren spielerisch an die Feuerwehrgemeinschaft herangeführt. Zur Jahresmitte 2026 gibt es nach weiteren Gründungen bereits 25 Minifeuerwehren; ein bis zwei zusätzliche sollen noch in diesem Jahr folgen. Insgesamt engagieren sich 5561 Mitglieder in den Einsatzabteilungen, Jugend- und Minifeuerwehren, Musikzügen und Ehrenabteilungen.Zukunft der Freiwilligen Feuerwehr sichernBurghart spricht von einem Aufbruch und einer langfristigen Sicherung des Ehrenamts. Besonders stolz mache ihn die „exponentiell wachsende Zahl an Minifeuerwehren“. Sie zeige, dass es gelinge, bereits die Jüngsten für den Dienst an anderen zu begeistern und damit die Zukunft der Freiwilligen Feuerwehr zu sichern.Lesen Sie auchDer Senat will zugleich weiter in Fahrzeuge, Gebäude und Ausrüstung investieren. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Innenbehörde 68 neue Fahrzeuge im Gesamtwert von fast 30 Millionen Euro beschafft. In den kommenden Monaten sollen die neue Feuer- und Rettungswache Finkenwerder sowie eine zusätzliche Wache in Schnelsen in Betrieb genommen werden. Geplant ist außerdem die Einweihung der Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehren in Kirchsteinbek und Sülldorf-Iserbrook.Für die Sanierung der Gebäude der Freiwilligen Feuerwehren sollen zudem 20 Millionen Euro aus den Hamburg zustehenden Mitteln des Bundes-Sondervermögens eingesetzt werden. Innensenator Grote kündigte an, die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr trotz der angespannten Haushaltslage weiter stärken zu wollen: „Wir investieren insbesondere in die Beschaffung moderner Einsatzfahrzeuge und in den Bau und in die Modernisierung unserer Feuerwachen.“dfe