In Sachsen : 72-Jähriger stirbt zwei Monate nach Angriff durch Tiger14.07.2026, 12:56Lesezeit: 1 Min.Mitte Mai war in Sachsen ein Tiger aus privater Haltung entkommen und hatte einen Helfer angegriffen. Nun ist der Mann im Krankenhaus gestorben.Zwei Monate nach einem Angriff durch einen ausgebrochenen Tiger in Sachsen ist ein 72-Jähriger gestorben. Der Mann starb am Freitag in einem Krankenhaus, wie die Staatsanwaltschaft Leipzig am Dienstag mitteilte. Er war am 17. Mai auf dem Gelände einer privaten Tigerhaltung in Dölzig von einem entlaufenen Raubtier angegriffen und schwer verletzt worden.Die Staatsanwaltschaft teilte weiter mit, sie habe eine Obduktion angeordnet. Ermittelt werde nun wegen fahrlässiger Tötung. Ob sich die Ermittlungen gegen eine konkrete Verdachtsperson richten, teilte die Behörden zunächst nicht mit.Der ausgebrochene Tiger gehörte der früheren Dompteurin Carmen Zander, der angegriffene 72-Jährige war ihr Helfer. Zander hielt das Tier namens Sandokan mit acht weiteren Tigern in Schkeuditz. Sandokan wurde im Laufe des Polizeieinsatzes von einem Beamten erschossen.Zander selbst hatte die Verantwortung für den Ausbruch im Gespräch mit der F.A.Z. zurückgewiesen. „Es gab zu keinem Zeitpunkt Sicherheitsmängel“, sagte sie. Mehrere Schieber und Türen von dem Tigergehege seien geöffnet worden, sie selbst sei nicht anwesend gewesen. „Ich trage keine Schuld für diesen tragischen Unfall.“ Dass der Tiger den Helfer verletzt habe, müsse durch „eine Ausnahmesituation der Hilflosigkeit sowie durch äußere Einflüsse passiert sein“. Sie schließe auch Sabotage nicht aus.An der Haltung der Tiger in Sachsen hatte es zuvor schon länger Kritik gegeben, das zuständige Veterinäramt forderte Nachbesserungen. Zander berief sich indes darauf, ein „Spezialfall“ zu sein und alle Vorgaben einzuhalten. Anfang Juli brachten die Behörden sechs der acht verbliebenen Tiere in eine Rettungsstation.