Auf dem Gelände des Batterieherstellers CATL im Güterverkehrszentrum (GVZ) im Erfurter Ortsteil Linderbach ist es am Montagabend, 13. Juli, zu einem Chemieunfall gekommen.

Nach Angaben der Polizei trat gegen 19:47 Uhr beim Verladen in der Straße Im Mittelfelde – laut ersten Erkenntnissen infolge eines technischen Defekts – Chlorwasserstoff aus. Der Stoff wird bei Kontakt mit Feuchtigkeit zu Salzsäure und wirkt stark reizend auf die Atemwege.

Nach dem Austritt löste die Anlage einen Alarm aus. Vier Mitarbeiter im Alter von 25, 29, 30 und 37 Jahren versuchten laut Polizei, den Defekt zu beheben, und wurden dabei schwer verletzt. Sie erlitten nach Angaben der Ermittler teilweise schwere Atemwegsverletzungen und wurden zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Der entstandene Sachschaden wurde auf rund 1.500 Euro beziffert.

Im Einsatz waren neben Rettungsdienst und Feuerwehr auch Kräfte der Kriminalpolizei. Nach Angaben der Behörden bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung für weitere Mitarbeiter, umliegende Firmen oder Anwohner. Die Ermittlungen zur genauen Unfallursache dauern an.

Der chinesische Konzern Contemporary Amperex Technology Co. Limited (CATL) betreibt im Industriegebiet „Erfurter Kreuz“ eine Produktionsstätte für Batteriezellen. Rund 1.700 Menschen arbeiten am Standort Erfurt. Die Fabrik nahm im Januar 2023 ihren Betrieb auf. Es handelt sich um den ersten europäischen Fertigungsstandort des Unternehmens, das zu den weltweit größten Herstellern von Lithium-Ionen-Batterien für die Automobilindustrie zählt. Produziert wird unter anderem für BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen.