Der moderne Mensch wird immer mobiler? Diese pauschale Aussage wird zumindest von den jüngsten Daten der Untersuchung „Mobilität in Deutschland“ nicht bestätigt. 2023 und damit nach der Corona-Pandemie waren in Hessen 81 Prozent der Menschen täglich unterwegs, 2017 waren es noch 85 Prozent gewesen. Entsprechend verringerte sich die Zahl der Wege je Person von 3,2 auf 2,9. Die Zahl der durchschnittlich zurückgelegten Kilometer am Tag reduzierte sich von 40 auf 35 Kilometer. Das tägliche Verkehrsaufkommen insgesamt sank von 20 Millionen auf 18 Millionen Wege. Dabei kamen die Hessen langsamer voran, denn die Zeit, die sie unterwegs waren, blieb mit gut einer Stunde und 20 Minuten unverändert.Für die auf das Bundesland heruntergebrochene Untersuchung im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums wurden 43.000 Personen aus 20.000 Haushalten in Hessen zu ihrem Mobilitätsverhalten befragt. Nach Angaben des hessischen Wirtschafts- und Verkehrsministeriums lässt sich eine Verschiebung bei der Wahl des Verkehrsmittels feststellen. Betrachtet man die Zahl der Wege, so wurden 2023 demnach 48 Prozent mit Rad, Bus und Bahn oder zu Fuß zurückgelegt. 2017 waren es 43 Prozent gewesen. Der Anteil der im Auto sitzenden Verkehrsteilnehmer, sei es als Fahrer oder Mitfahrer, sank von 57 auf 52 Prozent.Einen erheblichen Anteil daran hat die in ganz Deutschland gestiegene Bedeutung des Fußverkehrs. 2017 hatten die Hessen 24 Prozent der Wege zu Fuß zurückgelegt, 2023 hingegen 27 Prozent. So hoch lag der Wert allerdings 2008 schon einmal. Das Fahrrad nutzten neun Prozent, der Wert war von sieben Prozent im Jahr 2008 auf acht Prozent im Jahr 2017 gestiegen. Ähnlich flach sieht die Entwicklung beim öffentlichen Nahverkehr aus. Von neun Prozent im Jahr 2002 ist der Anteil in den Befragungen 2008 und 2017 jeweils um einen Punkt auf jetzt zwölf Prozent gestiegen.Ganz anders sieht das Bild bei der Verkehrsleistung aus. Für 74 Prozent der zurückgelegten Kilometer wurde das Auto als Fahrer oder Beifahrer genutzt, ein Rückgang gegenüber 2017 um nur einen Prozentpunkt. Die Anteile des Fahrrads (drei Prozent) und des Nahverkehrs (19 Prozent) blieben unverändert, der Anteil der zu Fuß zurückgelegten Strecke stieg von drei auf vier Prozent. Generell unterscheidet sich die Wahl des Verkehrsmittels allerdings stark zwischen Land und Stadt. In Kleinstädten werden bis zu 70 Prozent der Wege mit dem Auto zurückgelegt, in Frankfurt nur 30 Prozent. Dagegen liegt der Anteil des Nahverkehrs in der Metropole bei 25 Prozent.