Um Deutschlands Nachwuchsfußball wirklich wieder voranzubringen, braucht es mehr als die jüngste Reform – ein Kulturwandel wäre nicht schlecht.

„Wir dürfen die Kinder nicht in Watte packen und sagen: Gewinnen ist nicht wichtig, wir müssen einfach nur die bessere Technik haben.“ Sagt Sami Khedira aus der deutschen Weltmeisterelf von 2014.

Was Khedira damit meint, kann man nur erahnen. Hoffentlich nicht das, was Aki Watzke 2025 behauptete. Der Liga-Präsident der Deutschen Fußballliga DFL und Vize-Präsident des DFB kritisierte die vom eigenen Verband betriebene Reform des Kinderfußballs populistisch zugespitzt: Diese würde das Toreschießen und Gewinnen untersagen, behauptete er. Dies sei „unfassbar“ und „nicht nachvollziehbar“.

Watzke ist Bundeskanzler Friedrich Merz freundschaftlich verbunden und seine Kritik sollte die Erzählung von der nachlassenden Leistungsbereitschaft der Gesellschaft unterfüttern – das Publikum war ein Unternehmertag. Aber er erzählte Unsinn. Der Fußball-Funktionär hatte die vom DFB-Bundestag nach einer mehrjährigen Pilotphase einstimmig verabschiedete Reform offenbar nie wirklich studiert. Die ist eine sehr sinnvolle Reform, bei der weiterhin Tore geschossen werden und es auch weiterhin Sieger und Verlierer gibt. Sie garantiert den jungen Kickern aber vor allem aber eines: mehr Ballkontakte als vorher.