Wer Anschläge vorschnell Linksextremisten zuschreibt, verwechselt Verdacht mit Beweis. Gerade in Zeiten hybrider Angriffe ist das gefährlich.
Feuerwehreinsatz nach einem Böschungsbrand am 10. Juli an der Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und Köln
Patrick Schüller/dpa
A uch wenn konservative Medien es suggerieren: Bisher ist keinesfalls nachgewiesen, dass Linksextremisten den Brandanschlag auf die Bahnstrecke zwischen Köln und Düsseldorf vergangene Woche verübt hätten. Oder den Anschlag auf das Stromnetz im Januar in Berlin.
Zwar gibt es Bekennerschreiben auf der linksradikalen Internetseite indymedia. Aber: In diesem Portal kann jeder posten. Man könnte sich dort einer Tat bezichtigen, ohne sie selbst begangen zu haben – oder sie Nichtbeteiligten in die Schuhe schieben. Deshalb reichen Posts dort nicht, um einen Anschlag einer linksextremistischen Gruppe zuzuschreiben. Sie begründen allenfalls einen Verdacht.











