Wer profitiert besonders von der neuen E-Auto-Prämie? Diese Frage wollten weder das Umweltministerium noch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) bisher auf Presseanfragen hin beantworten. Dabei steht seit Längerem der Verdacht im Raum, dass die Förderung vor allem ausländischen Herstellern hilft, ihre Elektroautos in Deutschland zu verkaufen. Jetzt gibt es erste Zahlen, die das bestätigen. Bekommen hat sie der Bundestagsabgeordnete Julian Joswig (Grüne) nach einer Anfrage an das Umweltministerium.Bis Ende Juni wurden demnach 53,9 Millionen Euro für das Förderprogramm ausgegeben. Insgesamt hat die Regierung drei Milliarden Euro bereitgestellt. Der Topf ist also weiterhin gut gefüllt. Das Umweltministerium listet in seiner Antwort nur Anträge auf, die bereits genehmigt wurden und weist deshalb darauf hin, dass sich die Rangliste der Marken im Laufe der Zeit noch verändern könnte. So kommen günstige Elektromodelle aus dem VW-Konzern erst im Laufe des Jahres auf den Markt. Bis deren Käuferinnen und Käufer die Prämie beantragen können, dürften also noch Monate vergehen. Denn die gibt es erst nach Zulassung des Autos.Bisher steht nach den Daten des Umweltministeriums der amerikanische Autohersteller Tesla mit Abstand auf Platz eins. 2086 Anträge auf die E-Auto-Prämie wurden für Tesla bereits bewilligt. Dahinter folgt mit 1197 bewilligten Förderungen Škoda. Die darauffolgenden Marken liegen relativ eng beieinander. Doch eines fällt auf: Auf Rang sieben landet bislang Leapmotor, ein chinesisches Unternehmen, das seine Fahrzeuge in Europa über den Stellantis-Konzern verkauft. Damit steht Leapmotor besser da als die Marke Volkswagen, die nur auf Platz acht liegt, gefolgt von BYD.Chinesische E-Autohersteller profitieren offenbar tatsächlich überproportional häufig von der Förderung. Denn Leapmotor hat im ersten Halbjahr insgesamt nur rund 7800 Autos in Deutschland verkauft – davon wurden bereits 613 über die Prämie bezuschusst. Zum Vergleich: Die Marke Volkswagen hat im ersten Halbjahr rund 50 000 Elektroautos in Deutschland verkauft. Gefördert wurden laut den Zahlen des Umweltministeriums davon aber bisher nur 593.Diese Diskrepanz dürfte daran liegen, dass chinesische Hersteller wie Leapmotor mehr günstige Modelle anbieten. Teilweise gibt es deren Autos schon für monatliche Leasingraten unter 100 Euro. Und da die Prämie an das Haushaltseinkommen gekoppelt ist, sehen offenbar viele Menschen mit dem staatlichen Zuschuss ein Modell von Leapmotor oder auch von BYD als gute Option.Auch bei Tesla ist der Förderanteil deutlich höher als bei VW: Von den rund 30 000 Käufern erhielten bisher mehr als 2000 eine Förderung. Immerhin dürfte ein Großteil der Tesla-Fahrzeuge in Deutschland gefertigt worden sein. Denn das Model Y, das in Brandenburg gebaut wird, ist hierzulande besonders beliebt – es war im Juni das meistverkaufte Elektroauto in Deutschland.
E-Auto-Prämie in Deutschland: Tesla und Leapmotor öfter gefördert als VW
Bis Juni flossen 53,9 Mio. Euro E-Auto-Prämien in Deutschland. Tesla führt mit 2086 Förderungen, gefolgt von Skoda und Leapmotor. VW liegt zurück trotz hoher Verkaufszahlen.











