Das russische Außenministerium hat den deutschen Botschafter in Moskau, Alexander Graf Lambsdorff, am Montag einbestellt. Die staatliche Nachrichtenagentur Tass zeigte ein kurzes Video eines lächelnden Lambsdorff, der aus dem Auto steigt und durch die Drehtür des Außenministeriums verschwindet.

Es handelte sich offenbar um das übliche diplomatische Quidproquo. Deutschland und weitere EU-Staaten werfen Russland eine destabilisierende Cyberkampagne vor. Das Auswärtige Amt hat daher nun den russischen Botschafter einbestellt.»Cyberangriffe gegen Deutschland, EU-Partner und die Ukraine sind inakzeptabel«, teilte das Auswärtige Amt auf X mit. »Wir beantworten sie entschlossen, auch mit zusätzlichen Sanktionen.«

Das Ministerium von Außenminister Johann Wadephul (CDU) verwies auf X auf eine gemeinsame Erklärung der EU. »Wir decken auf, dass das 16. Zentrum des russischen Föderalen Sicherheitsdienstes (FSB) eine Reihe von Cyber-Bedrohungsgruppen kontrolliert«, heißt es darin. Darunter sei auch die Gruppierung TURLA.Der FSB unternehme seit Jahren eine Reihe bösartiger Cyberaktivitäten, die die EU, ihre Partner und insbesondere die Ukraine zunehmend beeinträchtigten, so die Mitteilung des Rats der EU. Unter anderem seien bislang Frankreich, Deutschland, Polen, Zypern, die Niederlande, Österreich, die Slowakei, Rumänien und Finnland betroffen gewesen.