In seinem vor fast hundert Jahren verfassten Kurzessay „Als Papa Tennis lernte“ trauert Robert Musil ein bisschen der Zeit nach, da Tennis noch auf unpräparierten Wiesen gespielt wurde: Maulwurfshügel und Grasbüschel hätten, so Musil, manchmal zu „unerwarteten Erfolgen“ geführt. Leider schoss im Finale am Center Court in Wimbledon auch diesmal wieder kein Maulwurfshügel aus der Erde. Andernfalls hätte Alexander Zverev sicher noch eine Chance gehabt, gegen diesen frechen Südtiroler. Doch so hat der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz halt umsonst Platz genommen, in der „Royal Box“. Die Royal Box hat übrigens nichts mit Sushi zu tun. Höchstens farblich ab und zu.Weil Friedrich Merz einen hellen Panama-Hut trug, den man in Wimbledon im Souvenirshop kaufen kann, war er fast gar nicht von seinem Sitznachbarn, dem ehemaligen Feldhockeyspieler Mark Precious, zu unterscheiden. Herr Precious hat mal eine Bronzemedaille gewonnen, das war 1984 in Los Angeles. Also zu einer Zeit, da Feldhockey sicher noch auf unpräparierten Wiesen gespielt wurde. Merz war auch kaum von Prinz George zu unterscheiden, der ebenfalls einen Panama-Hut auf dem Kopf hatte. Überhaupt schien’s in der Royal Box klamottentechnisch wieder recht steif zuzugehen. Doch Tennis war in England noch nie Rock’n’Roll. Eher Sushi.Aber schon interessant, dass Merz – ebenso wie Prinzessin Kate – sich farblich dann doch sehr bewusst von Anna Wintour (weiß) und Dustin Hoffman (blau) abgegrenzt hat. Der Kanzler und die Frau des Thronfolgers erschienen beide in so einer Art grasbüschel-, wenn nicht gar militärgrün. Mit Musil wäre man da verleitet zu sagen: Wäre der Ball im richtigen Winkel an ihnen abgeprallt, der Zverev hätte ganz bestimmt gewonnen.