Documenta-Symposium in Kassel: Kritisches Denken ist das langsame Kochen der Seele

Mit einer dreiteiligen Konferenzserie umreißt das Kasseler documenta-Institut sein Forschungsprofil. Nur brav der Geschichte der Weltkunstschau hinterherforschen will es nicht.

Verlangt nach Imagination: Szene von der documenta XI, bei der Okwui Enwezor einen postkolonialen, globalen Blick einforderte

Volkmann/imago

„Monsterschau“. Das Urteil war vernichtend. Im Herbst 1959 bilanzierten Wissenschaftler der Ostberliner Akademie der Künste ihren Besuch auf der documenta 2 in Kassel. Der „Diktatur der Abstrakten“ wollten die DDR-Intellektuellen eine Alternative unter dem Banner des Humanismus entgegenstellen. Wie wäre die Geschichte der documenta verlaufen, wenn diese „documenta humana“ tatsächlich stattgefunden hätte?