Der Grund für den überraschenden Tod des am Samstagabend verstorbenen republikanischen Senators Lindsey Graham ist einer Mitteilung seines Büros zufolge eine Aortendissektion gewesen. Das berichten amerikanische Journalisten auf X. Bei einer Aortendissektion kommt es zu einem Riss der inneren Wand der Hauptschlagader, sodass sich Blut zwischen die Wandschichten drückt. Auslöser für die Aortendissektion war vermutlich eine arteriosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankung, bei der es zu Ablagerungen an der Arterieninnenseite kommt. Eine abschließende Feststellung der Todesursache soll aber erst erfolgen, wenn „alle toxikologischen und mikroskopischen Untersuchungen abgeschlossen sind“, hieß es in der Erklärung von Grahams Büro weiter.Plattform XDie SZ-Redaktion hat diesen Artikel mit einem Inhalt von Plattform X angereichertUm Ihre Daten zu schützen, wurde er nicht ohne Ihre Zustimmung geladen.Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Plattform X angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an den Betreiber des Portals zur Nutzungsanalyse übermittelt. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie unter sz.de/datenschutz.Graham war der dienstälteste Senator aus South Carolina, er hatte sich von einem Skeptiker zu einem der stärksten Verbündeten des US-Präsidenten Donald Trump entwickelt. Als Trump sich 2016 um die Kandidatur zur US-Präsidentschaft bewarb, bezeichnete Graham ihn noch als „rassistischen, fremdenfeindlichen, religiösen Fanatiker“ und als „Schande“. Trumps Wahl zum Kandidaten würde die Republikanische Partei zerstören. Er selbst hatte 2015 eine Präsidentschaftskampagne begonnen, bald jedoch wieder beendet. Nach Trumps Sieg wurde Graham allerdings zu einem der loyalsten Unterstützer des Präsidenten. Während dieser Zeit wandelte er sich von einem Freund der Europäer zu einem Kritiker der Verbündeten.Der 71-Jährige strebte eine fünfte Amtszeit als Senator anDer Politiker hatte sich noch am Freitag in der ukrainischen Hauptstadt Kiew aufgehalten, von wo aus er nach Washington zurückgekehrt war. Graham hatte den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij getroffen und erklärt, es gäbe eine Einigung mit der Trump-Regierung über verschärfte Sanktionen gegen Moskau. Der Republikaner hatte sich stets für die Ukraine starkgemacht.Zudem war er einer der schärfsten amerikanischen Kritiker Irans und unterstützte ausdrücklich militärische Maßnahmen gegen das Land. Im Februar hatte er am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz an einer Demonstration auf der Theresienwiese unter dem Motto „Menschenrechte und Freiheit im Iran“ teilgenommen.Donald Trump würdigte Graham auf seiner Plattform Truth Social als einen der „großartigsten Menschen und Senatoren, die ich je gekannt habe“. Er habe immer gearbeitet und sei ein wahrer amerikanischer Patriot gewesen. „Lindsey wird uns sehr fehlen!!!“Geboren wurde Graham am 9. Juli 1955 in Central, einer Kleinstadt südwestlich von Greenville, im Westen des Bundesstaates South Carolina; er machte an der University of South Carolina in Columbia den Abschluss als Bachelor of Arts in Psychologie, promovierte in Rechtswissenschaften und diente bei der US Air Force als Jurist (JAG) – zeitweilig stationiert auf der Rhein-Main Air Base in Deutschland. Von 1989 bis 1995 war Graham Mitglied der South Carolina Air National Guard.Von 1995 bis 2003 saß Graham als Abgeordneter im Repräsentantenhaus, zuvor war er Abgeordneter im Parlament von South Carolina. 2002 wurde er in den Senat in Washington gewählt, von 2019 bis 2021 war er dort Vorsitzender des Justizausschusses, zuletzt Vorsitzender des Haushaltsausschusses. Am 9. Juni hatte er die Vorwahl in South Carolina für eine weitere, fünfte Amtszeit als Senator für sich entschieden.Grahams Familie teilte über dessen Büro mit, sie freue sich über Gebete und bitte um Privatsphäre in dieser schweren Zeit. Graham wurde 71 Jahre alt.