Der Perfektionist Thomas Tuchel machte noch seinem Ärger Luft, da feierten sogar schon die Beatles den Matchwinner. „Hey Jude“, zitierte die legendäre englische Band bei Instagram einen ihrer größten Hits – und postete ein Bild von Jude Bellingham, der an diesem so schwierigen und kräftezehrenden Abend in Miami England mit zwei Toren gegen Norwegen ins WM-Halbfinale geschossen hatte. Der Fußball-Weltverband hat Stellung zum umstrittenen ersten Tor der Engländer im WM-Viertelfinale gegen Norwegen (2:1 nach Verlängerung) genommen. Die Daten würden nicht belegen, dass der Ball vor dem Treffer von Jude Bellingham (45.+2) zum 1:1 ein in der Luft gespanntes Kamerakabel berührt und dadurch seine Flugrichtung verändert hätte, teilte die FIFA bei X mit. Der Sensor im Ball, der zum Beispiel auch bei der Bewertung möglicher Handspiele helfen soll, habe keinen Ausschlag angezeigt.Ein Abstoß von Norwegens Torhüter Örjan Nyland war bei Englands Anthony Gordon gelandet, dieser hatte dann Bellinghams Treffer vorbereitet. Die Skandinavier hatten sich daraufhin beim französischen Unparteiischen Clément Turpin beschwert und reklamiert, dass der Ball in der Luft ein Kamerakabel berührt habe. In diesem Fall hätte es Schiedsrichterball geben müssen.Stattdessen zählte das Tor. In der dritten Minute der Verlängerung erzielte Bellingham dann auch noch Englands Siegtreffer. Für die norwegische 1:0-Führung in Miami hatte Andreas Schjelderup (36.) gesorgt. Erling Haaland umarmte zum Abschied traurig Harry Kane, Trainer Stale Solbakken weinte beim Interview, die Fans spendeten ihren Helden lange Applaus: Mit Stolz, aber auch Tränen in den Augen verließen Norwegens Fußball-Helden nach dem Viertelfinal-Aus gegen England die WM-Bühne. „Danke für die Party“, schrieb die Zeitung VG.Auch gegen England hatten Haaland und Co. lange Zeit an einer Überraschung geschnuppert, gingen durch Andreas Schjelderup (36.) sogar in Führung, doch am Ende hieß es nach zwei Treffern von Jude Bellingham (45.+2/93.) 1:2 (1:1, 1:1) nach Verlängerung. „Die kleinen Unterschiede liefen heute nicht zu unseren Gunsten, aber so ist das Leben. Jetzt müssen wir erst einmal ein bisschen durchatmen“, sagte Solbakken sichtlich bewegt.Daheim in Oslo hatten 135.000 Menschen beim Public Viewing bis weit nach Mitternacht vergeblich die Daumen gedrückt. Als die Niederlage feststand, schrieb das Dagbladet nur: „Das Abenteuer ist vorbei.“Solbakken empfand aber bei aller Trauer auch Stolz. „Ich hoffe, dass der Sommer 2026 für alle in Ordnung war und dass wir gemeinsam etwas Gutes zustande gebracht haben. Wir hatten fantastische Unterstützung aus ganz Norwegen. Und wir sind dem Hype gerecht geworden. Darauf bin ich wirklich stolz“, sagte der 58-Jährige.Vor allem der Sieg gegen Brasilien im Achtelfinale (2:1) wird wohl noch lange in Erinnerung bleiben. „Wir haben nach der fantastischen Qualifikation gesagt, dass wir bei der WM noch eine Schippe drauflegen wollen. Das ist uns gelungen, die Jungs haben das geschafft“, sagte Solbakken.Nun aber muss sein Team die Heimreise antreten – was Solbakken so gar nicht gefiel. „Wir sind jetzt seit sechseinhalb Wochen zusammen. Aber ich habe nicht den Eindruck, dass irgendjemand auch nur eine Sekunde gelangweilt war. Eigentlich würde ich ganz gerne noch weitermachen“, sagte er. Doch das Märchen ist beendet. (sid)Norwegen – England Highlights | Viertelfinale, FIFA WM 2026 | sportstudioNoch zwei Siege bis zum großen Titel-Traum: Dank Jude Bellingham steht England im Halbfinale der Fußball-WM und kann weiter auf den zweiten Coup nach 1966 hoffen. Durch die Tore des Ex-Dortmunders (45.+2 Minute/93.) besiegte das Team von Trainer Thomas Tuchel Norwegen in Miami mit 2:1 (1:1, 0:1) nach Verlängerung.