Geräuschloses und effektives Regieren hatte die schwarz-rote Koalition unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) beim Amtsantritt versprochen. Nach viel öffentlichem Streit im ersten Jahr haben CDU/CSU und SPD jetzt Reformen wie am Freitag das Gesundheitsgesetz auf den Weg gebracht. Die Wählerinnen und Wähler honorieren die Entwicklung in Umfragen bisher nicht, wie auch eine neue Erhebung zeigt.In dem vom Meinungsforschungsinstitut Insa erhobenen „Sonntagstrend“ im Auftrag der „Bild am Sonntag“ kann die Union zwar im Vergleich zur Vorwoche leicht zulegen und den Abstand auf die in verschiedenen Umfragen teils deutlich führende AfD verkürzen. Die von Alice Weidel und Tino Chrupalla geführten Rechten bleiben allerdings weiter klar stärkste politische Kraft.Da die SPD unter Bärbel Bas und Lars Klingbeil weiter an Zustimmung verliert, entwickelt sich für die Sozialdemokraten ein Dreikampf mit Linken und Grünen. Die FDP kann bisher nicht wirklich von der neuen Führungsspitze um Parteichef Wolfgang Kubicki profitieren. Die Liberalen wären weiter – wie auch das BSW – nicht im Bundestag vertreten, wenn am Sonntag der Bundestag gewählt würde.Drei Viertel der Befragten sind unzufrieden mit der Arbeit des Bundeskanzlers und der Bundesregierung. Darunter auch eine Mehrheit der Wähler von Union und SPD.Hermann Binkert, Insa-ChefBesonders schlecht für Merz und seine Regierung: Nur 18 Prozent der Menschen in Deutschland sind mit der Arbeit des Kanzlers zufrieden. 74 Prozent sind unzufrieden. Acht Prozent äußerten keine Meinung. Mit der Arbeit der Merz-Regierung zeigen sich ebenfalls nur 18 Prozent zufrieden, während 75 Prozent unzufrieden sind.Die Ergebnisse im „Sonntagstrend“:AfD 28 Prozent (-1)Union 22 (+1)SPD 12 (-1)Grüne 12 (-1)Linke 11 (+1)FDP 4 (+/-0)BSW 4 (+/-0)Sonstige 7 (+1)Im September werden in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern die Landtage sowie in Berlin das Abgeordnetenhaus gewählt – erwartet werden gute Ergebnisse für die AfD. Und der Sonntagstrend zeigt auch, dass die Unzufriedenheit im Osten besonders groß ist. Dort sind 79 Prozent mit der Arbeit von Merz unzufrieden, mit der Regierung sogar 80 Prozent. Frauen bewerten Schwarz-Rot noch deutlich kritischer Auch nach Geschlecht gibt es Unterschiede: Frauen bewerten Schwarz-Rot deutlich kritischer. 78 Prozent der weiblichen Wähler sind mit der Bundesregierung unzufrieden, bei den Männern sind es 71 Prozent.Eine Trendwende kann auch Insa-Chef Hermann Binkert nicht erkennen. Er sagte der Zeitung: „Drei Viertel der Befragten sind unzufrieden mit der Arbeit des Bundeskanzlers und der Bundesregierung. Darunter auch eine Mehrheit der Wähler von Union und SPD. Der Abwärtstrend für die Union scheint im Moment gestoppt, aber es gibt keine Trendumkehr.“Für die Sonntagsfrage wurden von Insa 1.204 Personen vom 6. bis 10. Juli befragt. Als statistische Fehlertoleranz werden +/- 2,9 Prozentpunkte angegeben. Die Daten sind nach Angaben des Instituts repräsentativ.Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten.Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen für den Wahlausgang. (lem)
Nur 18 Prozent zufrieden: Neue Umfrage bringt Merz kaum Entlastung
Eine neue Erhebung zeigt: Der Kanzler und seine schwarz-rote Koalition dringen mit ihrer Politik bei den Wählern bisher nicht durch. Die Rechten sind weiter stärkste politische Kraft.










