Gaza, Libanon, Persischer Golf – statt „Waffenruhen“ erleben wir andauernde, normalisierte völkerrechtswidrige Gewalt. Angriffe auf zivile Ziele gehen weiter, Unbeteiligte werden getötet, Schifffahrt und Welthandel instrumentalisiert. Feuerpausen halten keine 24 Stunden, weil die falschen Leute verhandeln und am Tisch kein Kräftegleichgewicht herrscht.Für das iranische Regime, Hisbollah und Hamas steht das eigene Überleben auf dem Spiel, die israelische Führung hat Sicherheit und Territorium versprochen, die libanesische Regierung kämpft um Souveränität.

Für Washington zählt vor allem die Straße von Hormus

US-Präsident Donald Trump dagegen geht es inzwischen vor allem um freie Passage durch die Straße von Hormus, alles andere – Urananreicherung, Raketenprogramm, Entwaffnung von Hisbollah und Hamas, Zerstörung von Gaza, Annexion des Westjordanlandes, Besatzung von libanesischem und syrischem Staatsgebiet – kümmert ihn wenig. Seine Unterhändler haben weder den Sachverstand noch die Ausdauer für echten Interessenausgleich. Deshalb formieren sich regionale Vermittler wie Pakistan, Saudi-Arabien, die Türkei, Ägypten und Katar, um eine neue regionale Sicherheitsordnung zu entwerfen, die sowohl Iran als auch Israel einhegt.