Das Beste lesen mit FAZ+ : Gefälschtes Olivenöl und der tiefe Fall einer Privatbank09.07.2026, 11:32Lesezeit: 2 Min.Mit unserem Angebot FAZ+ erhalten Sie jeden Monat Zugriff auf exklusive Beiträge auf FAZ.NET. Unter anderem auf diese ausgewählten Stücke der Woche.Liebe Leserin, lieber Leser, die Berenberg Bank ist Deutschlands älteste Privatbank. 1590 in Hamburg von den Brüdern Hans und Paul Berenberg gegründet, war sie zunächst im Tuchhandel sowie im Im- und Exportgeschäft tätig – ähnlich wie das 1694 in Frankfurt gegründete Bankhaus Metzler. Doch damit enden die Gemeinsamkeiten. Am 19. Juni 2026 hat die Bankenaufsicht Bafin de facto die komplette Geschäftsleitung der Berenberg Bank abberufen. Die F.A.Z. hat vertrauliche Gespräche mit mehreren ehemaligen Mitarbeitern geführt, die schildern, wie es bereits 2021 zum Kipppunkt kam – und wie dieser zur heutigen Eskalation mit der Bafin führte.Mein Kollege Hanno Mußler beschreibt ein Führungstandem, das lange gut funktionierte: Hendrik Riehmer trieb mit dem Eifer eines Goldman-Sachs-Jüngers das Kapitalmarktgeschäft voran, während der 13 Jahre ältere Hans-Walter Peters die Risiken im Blick behielt. Als Peters 2021 in den Verwaltungsrat wechselte, fehlte Riehmer das Korrektiv – so berichten ehemalige Mitarbeiter. Die Bafin erklärte im Juni, bei der Jahresabschlussprüfung 2025 hätten sich Hinweise auf mögliche Corporate-Governance-Verstöße ergeben. F.A.Z.-Informationen, wonach die Geschäftsleitung den Jahresgewinn 2025 „schönen“ wollte, wurden intern bestätigt. Die Geschichte liest sich wie ein Wirtschaftskrimi.Dem Sohn einen Kredit fürs Haus geben?Wer für einen Hauskauf nicht zur Bank muss, sondern erbt, scheint fein raus. Doch Herbert Krüss hat für seinen Sohn, Mitte 40, einen anderen Plan. Der Dreiundsiebzigjährige wandte sich mit einer Frage an die F.A.S.: Was bringt es steuerlich, das eigene Haus an den Sohn zu verkaufen und ihm dafür ein Darlehen zu gewähren? Das Modell funktioniert so: Der Vater gewährt dem Sohn ein Darlehen über eine Million Euro zum Hauskauf; Zinsen und Tilgung lassen sich steuerlich absetzen. Entscheidender noch: Die Konstruktion kann Schenkungsteuer vermeiden, die bei einer direkten Übertragung anfallen würde. F.A.S.-Redakteur Dennis Kremer hat den Plan der Steuerberaterin und Rechtsanwältin Tanja Schienke-Ohletz vorgelegt – sie benennt Nachteile des Modells und nennt Alternativen.Das Lebensmitteluntersuchungsamt Stuttgart hat im Frühjahr mehrere Olivenöle beanstandet – darunter gefälschte Produkte. Was das bedeutet, erklärt Lebensmittelchemiker Torben Küchler im Gespräch mit Wissenschaftsredakteurin Frauke Zbikowski: Im Kern geht es darum, Verbrauchern fehlerhafte Ware unterzuschieben. Olivenöl ist besonders fälschungsanfällig, weil es teuer ist – und es sich deshalb lohnt, es mit billigerem Raps- oder Sojaöl zu strecken. Schwieriger zu erkennen sind Öle, denen altes unter das frische gemischt wurde. Die gute Nachricht: Im Einzelhandel gekauftes Olivenöl ist laut Küchler in der Regel unbedenklich. Die schlechte: Im Restaurant bleibt nur, dem Koch zu vertrauen.Nächste Woche meldet sich an dieser Stelle wieder unser Herausgeber Carsten Knop. Falls Sie in der Zwischenzeit Fragen oder Anregungen zu Ihrem FAZ+ Abo haben, schreiben Sie mir gerne.Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!Ihr Felix HooßVerantwortlicher Redakteur für die PaywallFAZ.NET