Ann Widdecombe : Rätselhafter Tod von Brexit-Befürworterin – Verdächtiger wieder frei11.07.2026, 10:57Lesezeit: 2 Min.Die frühere Abgeordnete wurde mit schweren Verletzungen aufgefunden. Nun ermittelt die Polizei wegen Mordes. Ein Verdächtiger wurde festgenommen – und nun wieder freigelassen.Ein nach dem Tod der früheren britischen Ministerin Ann Widdecombe festgenommener Mann ⁠ist wieder frei. Der 26-Jährige sei nicht mehr Gegenstand der Ermittlungen, teilte die Polizei am ‌Samstag mit. „Unsere Priorität bleibt es, die Verantwortlichen zu identifizieren und sicherzustellen, dass alle verfügbaren Beweismittel ‌gründlich geprüft ‌werden“, sagte Matt Longman von der Polizei von Devon und Cornwall.Die langjährige Abgeordnete und Brexit-Befürworterin Ann Widdecombe war am Donnerstag tot in ihrem Haus in Haytor in der englischen Grafschaft Devon aufgefunden worden. Sie wies laut Polizei schwerste Verletzungen auf. Nun wird wegen Mordes ermittelt.Der 26 Jahre alte Brite war zunächst unter Mordverdacht festgenommen worden. Von einem terroristischen Hintergrund ging die Polizei nicht aus. Es gebe keine Hinweise, dass es sich um eine politisch motivierte Tat handle. „Das ist ein extrem tragischer Vorfall. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen und Freunden“, sagte der stellvertretende Polizeichef Matt Longman. Man setze alle verfügbaren Mittel ein, um die Umstände aufzuklären.Innenministerin Mahmood: Umstände „äußerst erschütternd“Widdecombe war jahrelang Abgeordnete für die Konservativen im britischen Parlament und saß schließlich als überzeugte Befürworterin des EU-Austritts für die Brexit-Partei als Abgeordnete im Europäischen Parlament. Die zum Katholizismus übergetretene Politikerin vertrat zudem ultrakonservative Ansichten. So forderte sie etwa die Wiedereinführung der Todesstrafe, sprach sich gegen die gleichgeschlechtliche Ehe und die Selbstbestimmung von Transpersonen über deren Geschlecht aus.Auch im britischen Unterhaltungsfernsehen war sie keine Unbekannte: So trat Widdecombe etwa bei der Tanzshow „Strictly Come Dancing“ und bei „Celebrity Big Brother“ auf.Innenministerin Shabana Mahmood bezeichnete den Tod der ehemaligen Abgeordneten als „äußerst erschütternd“. „Das Innenministerium ist bereit, bei den laufenden Ermittlungen jede erforderliche Unterstützung zu leisten“, schrieb die Labour-Politikerin in einem Beitrag auf der Onlineplattform X. Sie rief die Bevölkerung dazu auf, Spekulationen zu vermeiden. Auch der britische Premierminister Keir Starmer zeigte sich bestürzt und sprach der Nachrichtenagentur PA zufolge von einer „sehr schockierenden Nachricht“.