Der Zwischenfall mit dem zerbrochenen Fenster bei einer Boeing 737 NG von Ryanair ist nach Einschätzung eines Luftfahrtsachverständigen ein Einzelfall. »Eigentlich kommt so etwas sehr selten vor«, sagte Harald Hanke, emeritierter Professor für Luftfahrtelektronik und ehemaliger Pilot, der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Zeugen hatten berichtet, dass am Freitagmorgen auf dem Flug von Thessaloniki nach Memmingen ein Fenster der Boeing herausgebrochen sei. Der nächst platzierte Passagier sei mit Kopf und Schultern durch die entstandene Öffnung gesogen worden und habe nur mit Mühe von anderen Passagieren zurückgehalten werden können. Die Maschine kehrte daraufhin zum Startflughafen zurück.Ryanair bestätigte gegenüber dem SPIEGEL und der Nachrichtenagentur dpa, dass sich kurz nach dem Start ein Passagierfenster gelöst hatte. Wie es zu dem Zwischenfall kam, ist noch unklar. Die Fenster von Passagierflugzeugen bestehen aus drei verschiedenen Acrylscheiben. Sie halten extremen Druck- und Temperaturunterschieden stand.
Denkbar ist, dass es ein technisches Problem am rechten Triebwerk gab. Womöglich hat sich dort ein Teil einer Turbinenschaufel gelöst, das dann aus dem Motor herausgeschleudert worden ist und das Fenster in der Kabine beschädigt hat. Die zuständigen Behörden müssten den Fall nun gründlich untersuchen, sagte Hanke.










