Die US-Raumfahrtbehörde Nasa plant für Ende des Jahres 2026 ein auf den ersten Blick paradoxes wissenschaftliches Experiment. Im Rahmen der Mission FM2, was für „Flammability of Materials on the Moon“ steht, soll auf der Mondoberfläche absichtlich ein kontrolliertes Feuer entfacht werden.Anzeige
Ziel dieses Vorhabens ist es, präzise herauszufinden, wie sich Flammen in der stark reduzierten Schwerkraft des Mondes verhalten, die lediglich ein Sechstel der irdischen Anziehungskraft beträgt. Wie The Independent berichtet, geht es den Nasa-Forscher:innen primär darum, zwingend erforderliche Erkenntnisse für die fundamentale Sicherheit künftiger bemannter Artemis-Missionen zu gewinnen.
Paradoxe Brandgefahr in der Mondumgebung
Auf der Erde sorgt die uns vertraute Schwerkraft dafür, dass kältere, dichtere Luft nach unten sinkt und so die typische, nach oben gerichtete spitze Flammenform entsteht. Diese ständige Auftriebsströmung saugt kontinuierlich frischen Sauerstoff an die Flammenbasis, kann aber bei zu hoher Geschwindigkeit auch zum sogenannten Ausblasen des Feuers führen, wenn die chemische Reaktion nicht mehr schnell genug mit dem Luftstrom Schritt halten kann.Anzeige
In der deutlich geringeren Gravitation des Mondes schwächt sich dieser kühlende Kamineffekt maßgeblich ab, was gravierende physikalische Folgen für die grundsätzliche Entflammbarkeit von Materialien hat. Wie aus einem wissenschaftlichen Papier der in Columbia im US-Bundesstaat Maryland ansässigen Universities Space Research Association (PDF-Link) hervorgeht, könnten Stoffe, die auf der Erde als absolut nicht brennbar gelten, auf dem Mond plötzlich eine ernsthafte und schwer kontrollierbare Brandgefahr darstellen.






