PfadnavigationHomePolitikDeutschlandFeminismus„Das ist fatal“, „Neben der Spur“ – Grünes Männer-Manifest sorgt für parteiinternen KrachStand: 12:34 UhrLesedauer: 2 MinutenGrünenpolitiker Anton Hofreiter zu Gast bei „WELT – Stimme am Morgen“. Er kritisiert, dass im progressiven Lager Männlichkeit automatisch mit dem Begriff toxisch verbunden werde.Die Grünen sollten ein positives Männerbild vermitteln – das forderten einige prominente Politiker der Partei in einem Manifest. In der Bundestagsfraktion stößt das auf Unmut. Das Papier könne Frauen abschrecken.Bei den Grünen gibt es Streit wegen eines Manifests zum Thema Männlichkeit. Wie der „Spiegel“ berichtet, sollen sich bei einer Sitzung der Bundestagsfraktion zahlreiche Abgeordnete kritisch geäußert haben. Es sei „hitzig diskutiert“ worden, schreibt das Nachrichtenmagazin und zitiert aus der Fraktion: „Die Mehrheit der Meinungsäußerungen war so zu verstehen, dass das nicht unser Männerbild ist, was da niedergeschrieben wurde.“Am Wochenende hatte der „Spiegel“ über das Papier berichtet. Eine Gruppe grüner Bundes-, Landes- und Europapolitiker kritisierte darin, die Grünen hätten definiert, was Männer nicht sein sollen: nicht gewalttätig, nicht dominant, nicht unterdrückend. „Aber wir haben vergessen, ein Angebot zu machen, was Männlichkeit stattdessen sein kann“, schreiben die neun Männer und vier Frauen, darunter Parteichefin Franziska Brantner und ihre Vorgängerin Ricarda Lang. Man brauche „ein positives Bild, was gute Männlichkeit sein kann.“„Fitness allein macht noch keinen Mann“Aus der Fraktion heißt es nun unter anderem: „Jetzt wollen wir über unser Männerbild reden, das ist neben der Spur.“ Eine andere Person kritisierte, das Papier sei „gut gemeint, aber zu kurz gedacht“. Zwar wolle man junge Männer erreichen – „aber doch nicht mit solchen Papieren“. Außerdem war das Manifest wohl nicht mit den zuständigen Fachpolitikern abgesprochen.Auch Parteichef Felix Banaszak äußerte sich zu der Diskussion, die er selbst dadurch angestoßen hatte, dass er im Februar dem „Playboy“ ein Interview gab. Das Manifest für neue grüne Männlichkeit hat er nicht unterzeichnet. Gegenüber „T-Online“ sagte Banaszak, es gebe viele, „auch grüne“ Männer, die ein neues Rollenbild suchten. „Fürsorge und Verantwortung sind kein Widerspruch zu Fitness, aber Fitness allein macht noch keinen neuen Mann.“Lesen Sie auchAuch Anton Hofreiter, der Vorsitzende des Europaausschusses und ehemalige Fraktionsvorsitzende, hatte ähnliche Kritik geäußert, das Papier jedoch nicht unterzeichnet. Hofreiter hatte dem „Spiegel“ gesagt, es gebe „im linken Lager kein positives Bild moderner Männlichkeit“.Lesen Sie auchDie Grünen werden in hohem Maße von Frauen gewählt. In der Partei geht nun die Angst um, dass man durch die Diskussion nicht nur keine neuen Männer als Wähler hinzugewinnen werde, sondern sogar auch Frauen als potenzielle Wähler verlieren könnte.„Das Papier hat nicht dazu beigetragen, dass es so bleibt“, zitiert „Spiegel“ ein Mitglied der Fraktion. Gerade vor den wichtigen Wahlen im Herbst sei das „fatal“. Die Fraktionsführung bat daher um Zurückhaltung.lfb